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Investoren wollen Gates in Pension schicken

Microsoft-Gründer Bill Gates soll seinen Posten als Verwaltungsratspräsident räumen. Das fordern aus Sorge um die Zukunft drei der grössten Aktionäre des Konzerns.

Bye bye Bill? Microsoft-Gründer Gates kommt erstmals unter Druck aus dem Aktionariat. (Archiv)
Bye bye Bill? Microsoft-Gründer Gates kommt erstmals unter Druck aus dem Aktionariat. (Archiv)
Reuters

Bei Microsoft sind offenbar Verschiebungen von tektonischem Ausmass im Gange. Erst vor kurzem kündigte der IT-Riese an, CEO Steve Ballmer werde innert der nächsten zwölf Monate abtreten. Die Börsen jubilierten ob des branchenintern als längst überfällig angesehenen Schrittes.

Nun steht dem Vernehmen nach erstmals auch Microsoft-Co-Gründer Bill Gates unter Druck: Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute berichtet, fordern drei der 20 grössten Investoren des Konzerns den Verwaltungsrat dazu auf, Gates in den Ruhestand zu schicken. Die fraglichen Aktionäre bleiben in dem Bericht ungenannt, Microsoft selbst nahm keine Stellung.

Die anonymen Aktionäre, so die von Reuters zitierten Quellen, hielten zusammen über fünf Prozent am 227 Milliarden Dollar schweren Technologiekonzern. Multimilliardär Gates selbst hält rund 4,5 Prozent und ist damit der grösste individuelle Aktionär.

Streit um Strategien

Grund für den Putschversuch gegen die IT-Legende ist offenbar die Furcht der Aktionäre, die Neuausrichtung von Microsoft werde mit Gates nicht – oder nicht in ausreichendem Ausmass – gelingen. Gates war Steve Ballmers Vorgänger als CEO und sitzt heute auch in jenem Ausschuss, der einen Nachfolger für CEO Ballmer sucht.

Der neue Mann (oder vielleicht gar die neue Frau?) an der Spitze, so die Befürchtungen, werde unter Gates nicht den nötigen Spielraum erhalten. Konkret geht es um die von Ballmer aufgegleiste Fokussierung auf die Herstellung von Geräten wie der Xbox oder dem Surface Tablet sowie dem Anbieten von Software in der Cloud. Diese Strategien würden beibehalten, hiess es nach der Ankündigung von Ballmers Abgang. Gewisse Investoren finden nun offenbar, die neue Führung solle hier mehr Freiheit geniessen.

Microsoft ist mit einem Nettogewinn von 22 Milliarden US-Dollar im letzten Geschäftsjahr nach wie vor eine der weltweit wertvollsten Technologiefirmen. Doch die Entwicklung weg von Desktopcomputern hin zu Smartphones und Tablets setzt das IT-Urgestein unter Druck.

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