Italientochter Fastweb beschert Swisscom erfolgreiches Quartal

Der Schweizer Telekomanbieter konnte sowohl Gewinn als auch Umsatz steigern. Der geplante Stellenabbau geht jedoch weiter.

Swisscom-CEO Urs Schaeppi ist zufrieden: «Wir haben uns gut behauptet». (Video: Tamedia/SDA)

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Der Telekomanbieter Swisscom hat sich im ersten Quartal im Schweizer Kerngeschäft punkto Festnetzanschlüssen, Stellen und Umsatz auf Schrumpfkurs befunden. Die Swisscom-Gruppe konnte Umsatz und Gewinn dennoch vor allem dank dem Italiengeschäft leicht steigern.

Swisscom-Chef Urs Schaeppi sprach am Mittwoch von einem anhaltend schwierigen Umfeld, das die Branche stark fordere. «Die Kunden haben höhere Ansprüche an Datenvolumen, was die Investitionen erhöht.» Gleichzeitig sänken die Preise und Promotionen trieben den Wettbewerb zusätzlich an.

Grund für den anhaltenden Umsatzrückgang im Schweizer Kerngeschäft um 1,8 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken seien die Einbussen der traditionellen Festnetztelefonie und der Preisdruck. Die Zahl der Festnetz-Anschlüsse in der Privatkundentelefonie sank den Erwartungen entsprechend um 13,8 Prozent auf 1,78 Millionen.

Salts Markteinstieg noch nicht spürbar

Dafür sei das Wachstum bei TV- und Breitbandanschlüssen ungebremst, teilte Swisscom mit. Im ersten Quartal hätten sich 25'000 Kunden für das Angebot inOne entschieden. Die Festnetz-Breitbandanschlüsse wiederum stiegen gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf 2 Millionen. Dazu steuerte hauptsächlich Swisscom TV bei.

Trotz harter Konkurrenz stieg die Zahl der TV-Anschlüsse um 3,8 Prozent auf 1,49 Millionen, bei einem Marktanteil von 34 Prozent. Der Markteinstieg von Konkurrentin Salt im TV- und Festnetzgeschäft ist laut Schaeppi noch nicht spürbar.

Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse blieb bei 6,6 Millionen stabil, bei steigender Nachfrage nach mobilen Datendiensten. Im ersten Quartal wurden 59 Prozent mehr Daten mobil übermittelt als in der Vorjahresperiode. Per 19. März senkte Swisscom die Roamingtarife für 197 Länder.

Mangelnde Profitabilität

Offenbar ist die Expansion nicht richtig profitabel. Der Betriebsgewinn (Ebit) der Gruppe sank um 5,8 Prozent auf 518 Millionen Franken. Darin enthalten sind neben der Einbusse im Festnetz (18 Millionen Franken) auch Rückgänge aus dem neuen Roaming-Angebot (4 Millionen Franken) sowie aus den Rabatten bei Bündelangeboten (20 Millionen Franken).

In der Schweiz gab das konsolidierte Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) um 2,9 Prozent nach. Das Gruppen-Ebitda belief sich auf 1,1 Milliarden Franken - ein Minus von 1,4 Prozent, wie es heisst.

Unter dem Strich erhöhte sich der Reingewinn der Swisscom-Gruppe um 1,6 Prozent auf 379 Millionen Franken. Dazu beigetragen haben eine tiefere Steuerlast sowie profitables Wachstum bei der italienischen Tochter Fastweb.

Fastweb konnte den Umsatz um 9 Prozent auf 492 Millionen Euro steigern. Der Betriebsgewinn (Ebit) kletterte um 5 Prozent auf 144 Millionen Euro.

In der Schweiz führte Swisscom das Sparprogramm fort. Der Personalbestand reduzierte sich in den ersten drei Monaten um 77 Vollzeitstellen auf 17'611. Die Hälfte der geplanten Stellenreduktion von 700 bis Ende Jahr solle über natürliche Fluktuation aufgefangen werden.

Kein Rückstand bei 5G

Die Investitionen in die Mobilfunkabdeckung setzt Swisscom unvermindert fort. Per Ende 2018 will Swisscom die neue Mobilfunkgeneration 5G einführen. «Wir wollen das nicht später machen, sonst kommen wir in den Rückstand», betonte Schaeppi an einer Telefonkonferenz.

Zwar begrüsst Swisscom nach wie vor die Vergabe über eine Auktion. Allerdings kritisierte sie die zu «eng gesteckten Bietbeschränkungen». Swisscom habe bereits heute mit Abstand am wenigsten Frequenzen pro Kunde. Die Ausschreibungsunterlagen müssten sicherstellen, dass Swisscom die Möglichkeit erhalte pro Kunde gleich viele 5G Frequenzen zu erwerben wie die Konkurrenz.

Wie schon im Februar publiziert, erwartet Swisscom für 2018 mit einem Nettoumsatz und Betriebsgewinn auf Vorjahreshöhe. Im leicht rückläufigen Börsenhandel büsste die Swisscom-Aktie bis vor 10 Uhr 3,1 Prozent auf 462,1 Franken ein. (sep/sda)

Erstellt: 02.05.2018, 10:04 Uhr

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