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Jetzt droht Transocean ein Prozess

18 amerikanische Senatoren fordern den Staatsanwalt auf, Ermittlungen gegen die Zuger Firma einzuleiten. Sie verdächtigen Transocean, Geld vor eventuellen Haftungsansprüchen in Sicherheit gebracht zu haben.

Der oberste amerikanische Staatsanwalt Eric Holder soll Ermittlungen gegen Transocean aufnehmen. Das fordern 18 Senatoren der Demokraten in einem am Montag veröffentlichten Brief an Holder, wie mehrere amerikanische Medien berichten. Grund sind Dividendenzahlungen von 1 Milliarde Dollar, die Transocean an seine Aktionäre ausgeschüttet haben soll.

Der Beschluss war nach einer den Medien nicht zugänglichen Versammlung der Transocean-Aktionäre an die Öffentlichkeit gedrungen. Die Senatoren kritisieren die Zahlung, weil sie befürchten, dass das Unternehmen auf diese Weise Geld vor möglichen Haftungsansprüchen in Sicherheit bringen will.

Haftungsansprüche gefährdet

In dem Brief schreiben die Senatoren: «Wir befürchten, dass es schwieriger wird, Haftungsansprüche gegen das Unternehmen durchzusetzen, wenn soviel Geld so schnell aus der Firmenkasse in die Hände privater Investoren fliesst.»

Die Mitteilungen, die der Betrieb mit Hauptsitz in Zug im Zusammenhang mit der Katastrophe im Golf bisher gemacht habe, seien «problematisch», schreiben die Senatoren in dem Brief, der der Nachrichtenagentur SDA vorliegt.

Transocean weist Verantwortung von sich

Im Senatshearing habe das Unternehmen vergangene Woche jede finanzielle Verpflichtung für die Ölpest von sich gewiesen. Gleichzeitig habe Transocean angekündigt, durch die Versicherungszahlungen 270 Millionen Profit zu machen, da die Plattform für eine grössere Summer versichert worden sei als sie Wert wäre.

Die Senatoren befinden, es gehe nicht an, dass die Aktionäre von Transocean durch die Verschmutzung der Golfküste noch zu riesigen Profiten kämen. «Die Familien der Opfer, die durch die Katastrophe ruinierte Fischerei und staatliche Organisationen, die ohne Unterbruch an den Säuberungsarbeiten sind, verdienen Besseres», schreiben die Politiker an Holder.

Firmen sollen nicht profitieren

Sie fordern den Staatsanwalt auf, schnell zu handeln. «Wir müssen sicherstellen, dass Unternehmen, die unsere natürlichen Ressourcen verschmutzen, von solchen Aktionen nicht auch noch profitieren», schliesst der Brief.

Transocean verlegte 2008 seinen Sitz von den USA in den Kanton Zug - um Steuergelder zu sparen, wie amerikanische Medien berichteten. Das Unternehmen ist seit April an der Schweizer Börse kotiert. Im Zuge der Ölkatastrophe sieht sich die Firma mit verschiedenen Klagen konfrontiert.

SDA/oku

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