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«Jetzt hoffen wir auf Strassburg»

Laut Bundesgericht haben Angehörige von Asbestopfern Anrecht auf Opferhilfe. Was der Lausanner Richterspruch im Einzelnen bedeutet, sagt Anwalt Kaspar Saner.

Das Werkgelände der Eternit AG in Niederurnen um 1972. In diesem Jahr arbeitete auch jener Mann als damals unter 15-Jähriger in den Schulferien für das Unternehmen, dessen Nachkommen heute vor Bundesgericht recht bekommen haben. Der Mann ist als Folge seines Schulferieneinsatzes 2007 an Brustfellkrebs verstorben.
Das Werkgelände der Eternit AG in Niederurnen um 1972. In diesem Jahr arbeitete auch jener Mann als damals unter 15-Jähriger in den Schulferien für das Unternehmen, dessen Nachkommen heute vor Bundesgericht recht bekommen haben. Der Mann ist als Folge seines Schulferieneinsatzes 2007 an Brustfellkrebs verstorben.
Keystone
Doch eine persönliche Antwort sei ausgeblieben, sagt die Witwe R. J. im Interview mit . Lediglich das Vorzimmer habe geantwortet und die Zuständigkeit von sich gewiesen.
Doch eine persönliche Antwort sei ausgeblieben, sagt die Witwe R. J. im Interview mit . Lediglich das Vorzimmer habe geantwortet und die Zuständigkeit von sich gewiesen.
Archiv SRF
Ein Brief von Stephan Schmidheiny hätte ihrem Mann seelischen Frieden gebracht, sagt die Witwe. «Er wäre dann nicht mehr verletzt gewesen.» Die Klage hätte er aber dennoch nicht zurückgezogen.
Ein Brief von Stephan Schmidheiny hätte ihrem Mann seelischen Frieden gebracht, sagt die Witwe. «Er wäre dann nicht mehr verletzt gewesen.» Die Klage hätte er aber dennoch nicht zurückgezogen.
Keystone
Schmidheiny wurde im Juni dieses Jahres in Turin zu einer 18-jährigen Haftstrafe wegen vorsätzlichen Verursachens eines Umwelt- und Gesundheitsdesasters verurteilt. Er legte dagegen Berufung ein, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Das Bild zeigt ehemalige Mitarbeiter der italienischen Eternit während des Prozesses im Berufungsgericht in Turin.
Schmidheiny wurde im Juni dieses Jahres in Turin zu einer 18-jährigen Haftstrafe wegen vorsätzlichen Verursachens eines Umwelt- und Gesundheitsdesasters verurteilt. Er legte dagegen Berufung ein, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Das Bild zeigt ehemalige Mitarbeiter der italienischen Eternit während des Prozesses im Berufungsgericht in Turin.
Keystone
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Was bedeutet das Bundesgerichtsurteil für die Asbestopfer?

Kaspar Saner: Zum ersten Mal ist festgehalten worden, dass man in der asbestverarbeitenden Industrie über die Gefährlichkeit des Umgangs mit Asbest schon zu Beginn der 1970er-Jahre hätte Bescheid wissen müssen. Das war bisher in der Schweiz noch nie richterlich zu entscheiden. Gestützt darauf hat das Bundesgericht nun festgehalten, dass einem Asbestopfer der Zugang zu Leistungen der staatlichen Opferhilfe gewährt ist.

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