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Jetzt soll die rosa Schoggi den Markt erobern

Das Startdatum für die neue Schoggisorte Ruby ist bekannt. Das können Schweizer Kunden erwarten.

Neben schwarzer, weisser und Milchschoggi kommt jetzt rosa Schoggi: Ruby von Barry Callebaut.
Neben schwarzer, weisser und Milchschoggi kommt jetzt rosa Schoggi: Ruby von Barry Callebaut.
Barry Callebaut

Sie schmeckt süss – beerig-fruchtig im Abgang. Der Geschmack erinnert ein bisschen an Yogurette – der Schokoladenriegel von Ferrero. Davon möchte Barry Callebaut nichts wissen: Ruby sei die erste Schoggi-Innovation seit 80 Jahren – anstatt mit Geschmack versetzt wie andere rosa Süssigkeiten ist sie von Natur aus pink. Beeren oder Beerenaromen sowie Farbstoffe werden nicht hinzugefügt. Farbe und Geschmack kommen von der gleichnamigen Bohne.

Anfang 2018 soll es nun so weit sein: Ruby kommt auf den Markt. Das kündigte Konzernchef Antoine de Saint-Affrique vor kurzem an. Doch wo können Schweizer Konsumenten Ruby dann konkret kaufen? Denn Barry Callebaut vertreibt Ruby nicht direkt an den Endkunden, sondern an Lebensmittelhersteller und Schokoladenanbieter wie Chocolatiers, Hotels oder Restaurants. De Saint-Affrique sagte, der Markt habe grosses Interesse gezeigt, auch namhafte Kunden wollten Produkte mit rosa Schokolade entwickeln. Doch Namen wollte er allerdings nicht nennen.

Launch vom Kunden abhängig

Auch auf Nachfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet will Barry-Callebaut-Sprecher Kim Ghilardi nicht mehr verraten. Der Schweizer Schokoriese werde kommunizieren, sobald der erste Kunde ein Produkt auf den Markt bringt, sagte er. Es lässt zudem offen, ob die erste rosa Schoggi in der Schweiz oder im Ausland auf den Markt käme.

Unklar ist ferner, was die neue farbige Schokolade den Kunden einmal kosten wird. Ob die Schokolade im Premiumsegment oder im Massenmarkt verkauft werde, hänge davon ab, wie der Kunde die Schokolade weiterverarbeitet und vermarktet. «Unabhängige Marktforschungsinstitute haben herausgefunden, dass Kunden bereit wären, zu verschiedenen Preispunkten zu kaufen», sagt Ghilardi im besten Marketing-Sprech. «Ruby-Schokolade könnte also im teureren oder im mittleren Segment verkauft werden.»

Hersteller lassen sich nicht in die Karten schauen

Ob Schweizer Kunden ab nächstem Jahr in den Supermarktregalen neben schwarzer, Milch- und weisser Schoggi auch rosa Schokoladenprodukte finden werden, ist also noch unklar. Migros und Coop geben sich auf Anfrage bedeckt. Auch die vom TA angefragten Schokohersteller wie Unilever, Mondelez oder Nestlé wollen sich alle nicht in die Karten schauen lassen. Und Lindt & Sprüngli verweist kühl darauf, dass der Traditionskonzern natürlich nicht auf Produkte der Konkurrenz zurückgreife, sondern ausschliesslich eigene Schokolade herstelle.

Trotzdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass einige grosse Hersteller bald Produkte auf Ruby-Basis ins Sortiment aufnehmen könnten. Laut Barry Callebaut steckt nämlich in einem von vier rund um die Welt konsumierten Kakao- und Schokoladenprodukte Barry Callebaut.

Gesunde Alternative?

Das Interesse an den Ruby-Produkten dürfte Markenexperte Stefan Vogler zufolge da sein – besonders, wenn Ruby-Produkte als gesündere Alternative zu den anderen Schoggisorten vermarktet würden. Der Schoggimarkt steht unter anderem wegen des Zucker- und Fettgehalts von Schokolade unter Druck. Im Inland stagnierte der Konsum von Schokolade seit 2000 – in den vergangenen Jahren war er laut dem Verband der Schokoladenfabrikanten Chocosuisse sogar rückläufig.

Ob Ruby-Schokolade gesünder wird als herkömmliche, hänge davon ab, wie der Hersteller sie verarbeitet, sagt Barry-Callebaut-Sprecher Ghilardi dazu. «Die Anzahl Kalorien der Schokolade hängt vom Rezept ab, also vom Gehalt an Zucker, Kakaobutter oder anderen Zutaten.»

«Rosa ist ein Hingucker»

Fraglich ist laut Markenexperte Vogler derweil, als was der Kunde die neue Sorte wahrnimmt. «Per se ist rosa Schokolade ja ein Hingucker», so Vogler. «Eine neue Kategorie einzuführen ist aber auch mit einem Risiko verbunden: Nimmt der Kunde es überhaupt noch als klassische Schokolade wahr, oder als eigene Produktkategorie?» Am Ende entscheide aber immer noch der «Proof of Pudding», ob das Produkt ankommt: also das Geschmackserlebnis.

Die Hemmschwelle sei allerdings durch erste pinkfarbene Produkte bereits gebrochen, so Vogler. Denn rosa Schokolade ist in der Schweiz nämlich nicht ganz neu: Läderach etwa produziert seit langem frische Schokolade mit rosa Ton. Diese wird allerdings nicht aus der Sorte Ruby hergestellt, sondern aus weisser Schokolade, erklärt Läderach-Sprecherin Nathalie Ziswiler. Diese werde mit Himbeer- und Brombeer-Extrakt versetzt.

Auch im Hause Läderach ist nicht geplant, auf rosa Schokolade aus Ruby umzusatteln. «Wenn Ruby-Produkte sich längerfristig zum Trend entwickeln sollten, sind wir aber bereit, Investitionen zu machen.»

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