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Julius Bär will erste Adresse in Italien sein

Julius Bär stärkt ihre Position in Italien: Die Privatbank beteiligt sich mit 20 Prozent an der Mailänder Bank Kairos. Gemeinsam sollen sie zum führenden Vermögensverwalter Italiens werden.

Das Vorhaben muss noch von der italienischen Aufsichtsbehörde genehmigt werden: Zwei Banker vor der Julius-Bär-Filiale in Baar.
Das Vorhaben muss noch von der italienischen Aufsichtsbehörde genehmigt werden: Zwei Banker vor der Julius-Bär-Filiale in Baar.
Keystone

Julius Bär bleibt auch nach der Grossübernahme der ausseramerikanischen Vermögensverwaltung von Merrill Lynch auf Expansionskurs. In Italien geht sie eine Kooperation mit dem Vermögensverwalter Kairos ein. Die italienische Julius Bär SIM – die über keine Banklizenz verfügt, aber zur Vermögensberatung zugelassen ist – wird in Kairos Investment Management integriert. Gleichzeitig kauft Julius Bär eine Beteiligung von 19,9 Prozent an der Mailänder Gesellschaft, wie die Zürcher Bank heute Montag mitteilte. Angaben zu den finanziellen Konditionen des Deals wurden nicht gemacht.

Die Kooperation mit Kairos muss noch von den Regulatoren genehmigt werden, soll aber im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen werden können. In einem weiteren Schritt wollen Julius Bär und Kairos in Italien eine neue Privatbank aufbauen. Dazu wird eine Banklizenz beantragt. Beide Parteien werden nach ein paar Jahren gemeinsam über eine Aufstockung der strategischen Beteiligung von Julius Bär entscheiden, wie es weiter hiess.

Kairos-Führung bleibt

Kairos war 1999 gegründet worden und beschäftigt 115 Mitarbeitende. Sie ist auf reiche Privatkunden spezialisiert und zählt laut den Angaben mit 4,5 Milliarden Euro an verwalteten Vermögen zu den führenden unabhängigen Vermögensverwaltern Italiens.

Sämtliche Vermögensverwaltungsaktivitäten der beiden Unternehmen in Italien werden fortan unter dem Namen «Kairos Julius Baer» abgewickelt. Ein Stellenabbau sei nicht geplant, sagte ein Sprecher von Julius Bär. Ausgenommen von der Transaktion ist die italienische Treuhandfirma Julius Baer Fiduciaria. Sie bleibt eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Julius Bär.

Paolo Basilico, Gründer, Präsident und CEO von Kairos, und seine Partner werden «Kairos Julius Baer» mit unverändertem Team und Strategie weiterführen. Julius Bär wird im Verwaltungsrat mit zwei Mitgliedern vertreten sein. Julius-Bär-Chef Boris Collardi erklärte, durch die strategische Beteiligung könne sich die Bank im italienischen Vermögensverwaltungsgeschäft stärken. «Wir sind überzeugt, dass wir bei unseren ambitionierten Plänen im italienischen Private-Banking-Sektor von Kairos' Know-how und Reputation profitieren können.»

Viele Projekte

Mit der Offensive in Italien setzt Collardi den rasanten Um- und Ausbau von Julius Bär fort: Die letzten grossen Schritte sind eine Zusammenarbeit mit der Bank of China (BoC) und die Übernahme des Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch ausserhalb der USA und Japans.

Mit dem Merrill-Lynch-Deal werden die verwalteten Vermögen von zuletzt rekordhohen 184 Milliarden Fr. voraussichtlich um 57 bis 72 Milliarden Fr. erhöht. Der Kaufpreis beträgt 1,2 Prozent davon, also zwischen 680 und 860 Millionen Franken. Hinzu kommen Integrationskosten von 312 Millionen Franken. Von den gemeinsam rund 5700 Arbeitsplätzen sollen zwischen 850 und 1030 gestrichen werden.

2010 hatte Julius Bär bereits das Schweizer Geschäft des niederländischen Finanzkonzerns ING erworben. 2011 folgte eine eine 30-Prozent-Beteiligung am brasilianischen Vermögensverwalter GPS. Personalkapazitäten bindet zudem seit längerem der Konflikt mit den US-Steuerbehörden.

SDA/wid

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