Junge Zürcherin schafft es auf «Forbes»-Liste

Das von Lea von Bidder und ihrem Team entwickelte Armband misst die Fruchtbarkeit der Frau. Jetzt zählt die 27-Jährige zu den «30 unter 30».

Gehört auch in den USA zu den wichtigsten Gründerinnen und Gründern unter 30: Lea von Bidder hat den Ava-Tracker mitentwickelt.

Gehört auch in den USA zu den wichtigsten Gründerinnen und Gründern unter 30: Lea von Bidder hat den Ava-Tracker mitentwickelt. Bild: Ava

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Das US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» ehrt jedes Jahr 30 junge Entrepreneure unter 30. Selten ist eine Frau auf dieser Liste – und noch seltener eine Schweizerin. Dieses Jahr schon: Die 27-jährige Zürcherin Lea von Bidder hat das Start-up Ava mitgegründet. Das von ihr und ihrem Team entwickelte Armband misst die Fruchtbarkeit einer Frau, um ihr zu helfen, schwanger zu werden.

Der Tracker sieht aus wie ein Fitnessarmband und verfolgt während des Schlafs verschiedene Parameter wie Puls, Hauttemperatur, Schlafqualität oder die Atemfrequenz. Morgens werden die erfassten Daten mit der dazugehörigen App synchronisiert. Daraus werden die fruchtbarsten Tage einer Frau berechnet. In den USA kam im August das erste Ava-Baby zur Welt. Damals sagte von Bidder, es würden täglich fünf bis zehn Frauen mit dem Armband schwanger.

12 Millionen Dollar gesammelt

Von Bidder studierte an der Universität St. Gallen, in Lyon, China, Montreal und den USA. Bereits mit 22 gründete sie ihr erstes Start-up. Dafür zog die Absolventin der Universität St. Gallen zusammen mit einer Kommilitonin ins indische Bangalore, um die Premium-Schoggi-Firma L’inoui aufzubauen. 2014 folgte die Gründung von Ava – zusammen mit Pascal König, Philipp Tholen und Peter Stein. Im Juli 2016 wurde das Armband in den USA lanciert. Im Januar 2017 folgte der Launch in Europa.

Mittlerweile lebt von Bidder in San Francisco und kümmert sich bei Ava ums Marketing. Über den Wechsel von Zürich ins Silicon Valley sagte sie der «Handelszeitung» Anfang Jahr: «Es ist wie Tag und Nacht. Hier muss man stets selbstsicher auftreten, muss die eigenen Ideen innert Minuten verkaufen können.»

Ava trackt den Zyklus der Frau: Dieses Werbevideo zeigt, wie es funktioniert. Video: Ava

Sexismus im Silicon Valley

Auch im Silicon Valley muss sie sich als Unternehmerin durchsetzen. «SRF Eco» erzählte sie kürzlich, im Silicon Valley sei Sexismus durchaus real: «Speziell in der Investorenszene und überall sonst auch.» Enge Freundinnen hätten entsprechende Erfahrungen gemacht. Es beginne damit, dass Frauen von Investoren nicht ernst genommen würden. «Das macht mir Sorgen», so von Bidder.

Von Bidder hat geholfen, für Ava über 12 Millionen Dollar an Risikokapital einzusammeln und trieb die Expansion in Europa und den USA voran. Die Auszeichnung durch «Forbes» ist nicht ihre erste: Ava wurde bereits von «The Bump’s» mit dem «Best of Baby Tech CES 2017» ausgezeichnet.

Ethereum-Gründer auf der Liste

Neben von Bidder schaffte es auch der 23-jährige Vitalik Buterin auf die «Forbes»-Liste. Er hat die Blockchain-Plattform Ethereum gegründet. Diese war mehrere Jahre in Zug basiert. Buterin zog allerdings Anfang Jahr nach Singapur um.

«Wir wollten seit längerem eine Basis in Asien aufbauen. Und da ich die Person in unserem Team bin, die am stärksten gewillt ist, dorthin zu gehen und mit der Community in Kontakt zu treten, war es am Schluss ich, der den Effort machte», sagte er der «Handelszeitung». Die Ethereum Foundation bleibt weiterhin im sogenannten Kryptovalley Zug. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.11.2017, 06:21 Uhr

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