Justiz beantragt U-Haft für Pierin Vincenz

Der Ex-Raiffeisen-Chef muss vor den Haftrichter.

Am Dienstagmorgen nahmen ihn die Fahnder mit: Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz.

Am Dienstagmorgen nahmen ihn die Fahnder mit: Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz. Bild: 13 Photo/Lukas Maeder

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Am Donnerstagmorgen bestätigte die Zürcher Staatsanwaltschaft auf Anfrage, dass sie gegen den langjährigen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz und den früheren CEO der Aduno-Gruppe Beat Stocker Untersuchungshaft beantragt. Der Vorwurf lautet auf ungetreue Geschäftsbesorgung im Kontext von Zukäufen der Raiffeisen-Gruppe. Vincenz hat die Vorwürfe stets bestritten und gesagt, er habe immer die Interessen der betroffenen Firmen gewahrt.

Nun muss ein Zwangsmassnahmengericht entscheiden, ob Vincenz und Ex-Aduno-Chef Beat Stocker in Untersuchungshaft kommen. Voraussetzung dafür ist nach Gesetz ein dringender Tatverdacht und ein besonderer Haftgrund, etwa Verdunkelungs- oder Fluchtgefahr. Das Gericht muss innert 48 Stunden nach dem Antrag einen Entscheid fällen.

Drei weitere Beschuldigte aus demselben Fall wurden laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft nach Einvernahmen entlassen.

Vincenz, der von 1999 bis 2015 an der Spitze der Raiffeisen-Gruppe stand, wurde bereits am Dienstag morgen festgenommen, die weiteren Beschuldigten ebenso. Die Zürcher und die St. Galler Justiz führten mehrere Razzien durch und beschlagnahmten «umfangreiches Beweismaterial». Bereits die Nacht von Dienstag auf Mittwoch verbrachte Vincenz in Gewahrsam. Die ersten Befragungen dauerten am Mittwoch den ganzen Tag über an.


Und was bedeutet die jüngste Entwicklung um Pierin Vincenz nun?

TA-Chefredaktor Arthur Rutishauser beantwortet die wichtigsten Fragen zur Causa Vincenz.


Noch während die Einvernahmen liefen, veröffentlichte Vincenz’ Sprecher am Mittwoch bereits eine Zurückweisung: «Als gestern Morgen früh die Polizei vor der Tür stand, war das für mich ein Schock. Ich bin von dieser Strafuntersuchung total überrascht und erstaunt. Ich bestreite die gegen mich erhobenen Vorwürfe vehement und werde mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehren. Ich habe die Interessen der Firmen, für die ich gearbeitet habe, stets gewahrt und bin nach wie vor überzeugt, dass ich mir nichts habe zuschulden kommen lassen.»

Die Vorwürfe gehen dahin, dass Vincenz und seine Geschäftspartner bei mehreren Transaktionen von Raiffeisen-Beteiligungen sowohl auf der Käufer- wie auf der Verkäuferseite der Deals involviert waren und so mitverdienten. Vor allem im Umfeld des Kreditkarten-Dienstleisters Aduno, an dem die Raiffeisen-Gruppe zu rund 25 Prozent beteiligt ist, soll es zu auffälligen Zahlungen gekommen sein. Es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

Die Zusammenhänge hinter dem Raiffeisen-Fall:

Erstellt: 01.03.2018, 10:14 Uhr

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