Zum Hauptinhalt springen

Kartellverstösse? EU ermittelt gegen Siemens und Areva

Die EU-Kommission hat den Technologiekonzern Siemens und das französische Atomunternehmen Areva im Visier – wegen möglicher Kartellverstösse.

Dem deutschen Konzern droht neuer Ärger: Das Siemens-Verwaltungsgebäude in München.
Dem deutschen Konzern droht neuer Ärger: Das Siemens-Verwaltungsgebäude in München.
Keystone

Es geht um Vereinbarungen zwischen den Konzernen, «die den Wettbewerb für einige Produkte im Kernenergiebereich aushebeln könnten», erklärte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Hintergrund ist der Scheidungskrieg der Konzerne, die seit 2001 im Atomsektor in der gemeinsamen Kraftwerkstochter Areva NP kooperierten. Anfang 2009 kündigte Siemens den Verkauf seiner 34 Prozent Anteile an. Im selben Jahr besiegelte Siemens eine Partnerschaft mit dem russischen Konzern Rosatom, deren Verwirklichung durch den Streit mit Areva behindert wird.

Das Kartellverfahren bezieht sich auf eine Vertragsbestimmung zwischen Siemens und Areva für die Zeit nach dem Ausstieg von Siemens, erklärte die Kommission. Laut Unternehmenskreisen geht es um eine Klausel, die Siemens mindestens acht Jahre lang verbieten würde, in bestimmten Bereichen des Atomsektors als Anbieter und damit Konkurrent von Areva aufzutreten. So hätten es die Konzerne für den Fall des Ausstiegs eines der Partner vereinbart. Seit der Vereinbarung hätten sich jedoch Rechtslage und Geschäftsumfeld geändert. So seien beispielsweise durch neue EU-Länder heute grössere Märkte vom EU-Recht betroffen als damals, hiess es aus den Kreisen.

Die Kommission erinnerte im Zusammenhang mit den Ermittlungen daran, dass die Einleitung eines Verfahrens nicht bedeute, dass ihr «stichhaltige Beweise für einen Verstoss vorliegen, sondern nur, dass sie diese Sache eingehend prüfen wird».

AFP/raa

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch