Kauft schwedische Firma Kuoni?

Werden nach den Reisebüros auch die verbliebenen Sparten von Kuoni verkauft? Nachdem der Konzern Verhandlungen bestätigte, stieg der Aktienkurs.

Das Logo des Reisekonzerns Kuoni am Hauptsitz in Zürich. (6.11.2015)

Das Logo des Reisekonzerns Kuoni am Hauptsitz in Zürich. (6.11.2015) Bild: Petra Orosz/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Reisekonzern Kuoni steht im Visier von möglichen Käufern. Die Gruppe bestätigte entsprechende Medienberichte. Es sei zu ersten Kontaktaufnahmen von Drittparteien gekommen. Bei den Gesprächen gehe es um ein mögliches Kaufangebot für die Kuoni Group und deren Geschäftsfelder, teilte der einstige Reiseanbieter mit.

Die Verhandlungen befänden sich noch im Anfangsstadium und es gebe derzeit keine Gewissheit, dass ein Angebot tatsächlich unterbreitet werde. Der Verwaltungsrat prüfe den Sachverhalt und ziehe auch alle anderen strategischen Möglichkeiten in Betracht. Weitere Informationen seien zurzeit nicht erhältlich.

Am Vorabend hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass Kuoni ins Blickfeld der schwedischen Beteiligungsfirma EQT Partners AB geraten sei. Auch weitere Beteiligungsfirmen hätten ihr Interesse bekundet.

Die im November angekündigten Massnahmen zur beschleunigten Umsetzung der Strategie seien unverändert und die Konzernleitung habe den Auftrag, das operative Geschäft in allen Divisionen weiterzuentwickeln, hiess es weiter im Communiqué.

Radikaler Umbau

Kuoni hat sich selbst radikal umgebaut. Das gesamte Geschäft mit der Organisation und und dem Vertrieb von Reisen für Privatpersonen wurde oder wird verkauft. Das europäische Reiseveranstaltergeschäft ging an den deutschen Rewe-Konzern. Zwei der drei verbliebenen Sparten verkaufen Reisekomponenten an andere Reisefirmen, die dritte bearbeitet im Auftrag von Regierungen Visa-Anträge. Im Zuge des Konzernumbaus wurde auch die Konzernspitze ausgetauscht.

Gerüchte, dass Beteiligungsfirmen an Kuoni interessiert sein könnten, kursieren seit einigen Wochen. Gemäss jüngsten Presseberichten hat Kuoni die US-Investmentbank Morgan Stanley sowie die Credit Suisse mit der Suche nach verschiedenen Optionen für die drei verbliebenen Sparten beauftragt.

Konzernchef Karkaria hatte sich noch im Dezember in einem Interview dazu geäussert: «Als ich am 5. November als Chef angetreten bin, habe ich klar gesagt, dass es mein Plan ist, alle drei Divisionen weiterzuentwickeln, die heute die Kuoni Group bilden. Und dies ist zurzeit weiterhin mein Plan.»

Aktienkurs steigt

Nachdem Kuoni die Übernahmegespräche bestätigte, stieg der Aktienkurs der Gruppe. Am Dienstagmorgen gewannen die Aktien 1,3 Prozent an Wert. Bereits am Vortag hatten die Medienberichte für ein deutliches Plus gesorgt.

Analysten wiesen jedoch darauf hin, dass die Hugentobler-Stiftung, die nach wie vor über eine Sperrminorität verfügt, jeglicher Transaktion zustimmen müsse. Dies trage zur Unsicherheit bei, ob ein Verkauf der Geschäftsteile überhaupt möglich sei. (ij/sda)

Erstellt: 05.01.2016, 08:16 Uhr

Artikel zum Thema

Zettelt Kuoni einen Preiskampf auf dem Reisemarkt an?

Nach der Übernahme des Schweizer Reisebürogeschäfts von Kuoni beabsichtigt die deutsche DER Touristik, bei den Pauschalreisen aufzutrumpfen. Sie spricht von «preislich sehr attraktiven» Produkten. Mehr...

Kuoni baut 350 Stellen ab – Chef muss gehen

Der angeschlagene Reisekonzern Kuoni setzt den bisherigen Chef Peter Meier ab. Trotz dem Verkauf der Reisebüros schreibt das Unternehmen einen Millionenverlust. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Mamablog Wären Sie gerne Ihr eigenes Kind?

Sweet Home Holen Sie sich die Natur ins Haus

Die Welt in Bildern

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen: Menschen in «Txatxus»-Kostümen nehmen am traditionellen ländlichen Karneval in Lantz, Nordspanien, teil. (24. Februar 2020)
(Bild: Villar Lopez) Mehr...