Kein Geld vom Bund für «Cargo sous terrain»

Für Pierre-André Meyrat, Vizedirektor des Bundesamts für Verkehr, ist klar: Der Bund wird sich nicht an einer unterirdischen Güterbahn beteiligen.

Unterirdische Güterbahn ohne Bundesgelder: Pierre-André Meyrat, Vizedirektor Bundesamt für Verkehr. (7. Dezember 2015)

Unterirdische Güterbahn ohne Bundesgelder: Pierre-André Meyrat, Vizedirektor Bundesamt für Verkehr. (7. Dezember 2015) Bild: Lukas Lehmann/Keystone

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Für das Bundesamt für Verkehr (BAV) ist eine unterirdische Güterbahn quer durch das Mittelland zwar ein «spannendes Projekt». Dass sich der Bund am Bau des Projekts finanziell beteiligen wird, schliesst Vizedirektor Pierre-André Meyrat aber aus. Das Projekt «Cargo sous terrain» (CST) habe nur Realisierungschancen, wenn es vollständig von der Privatwirtschaft finanziert werde, sagte Meyrat in einem Interview mit der am Donnerstag erscheinenden «Handelszeitung», das der sda als Vorabdruck vorliegt.

Der Bund werde die notwendigen Bewilligungen nur erteilen, wenn die Rentabilität des Projekts, einschliesslich der möglichen Risiken, nachgewiesen und gesichert sei.

Studie soll Aufschluss geben

Laut dem BAV-Vizedirektor hat sein Amt vor kurzem eine Studie in Auftrag gegeben, um den volkswirtschaftlichen Nutzen des Projekts abzuklären. Deren Ergebnisse werden gemäss Meyrat entscheidend sein für die künftige Rolle des Bundes. «Dann wird klarer, welche Schritte als Nächstes folgen werden.»

Nach den Worten von Meyrat soll das Projekt nur realisiert werden, wenn die Wirtschaft an die Rentabilität glaubt. CST müsse den Bedürfnissen der Branche entsprechen, um erfolgreich zu sein. Deshalb sei es für den Bund wichtig, dass «die Privatwirtschaft den Anstoss gibt und die Führung übernimmt».

Schiene und Strasse würden entlastet

Grundsätzlich zeigt man sich beim BAV angetan vom privatwirtschaftlichen Effort zur Entlastung der bestehenden Netze. Von der Verlegung eines Teils der Güter in den Untergrund profitierten Güter- und Personenverkehr, Strasse und Schiene, stellte Meyrat im Interview fest.

Angesichts des erwarteten Wachstums im Güterverkehr - auf Strasse und Schiene - könne nicht darauf verzichtet werden, auch alternative Transportmöglichkeiten zu prüfen. Das Kosten/Nutzen-Verhältnis müsse aber vernünftig sein. (nag/sda)

Erstellt: 27.01.2016, 19:43 Uhr

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