Zum Hauptinhalt springen

«Keiner will der Euro-Mörder sein»

Der Banker und Buchautor David Marsh über die Zukunft der Einheitswährung, die EZB und die Möglichkeiten der Politik. Er sagt dem Euro keine rosige Zukunft voraus.

Macht sich Sorgen um die europäische Währung: Professor David Marsh.
Macht sich Sorgen um die europäische Währung: Professor David Marsh.
Paolo Castagnola

Zerbricht der Euro an der Schuldenproblematik, oder finden die Eurostaaten Wege, ihre Gemeinschaftswährung zu retten? Der britische Buchautor, Eurokenner und Honorarprofessor David Marsh hat Antworten.

Herr Marsh, die Europäische Zentralbank hat sich verpflichtet, Staatsanleihen hoch verschuldeter Euroländer zu kaufen. Ist sie mit dieser «Staatsfinanzierung durch die Hintertür» gut beraten? Der EZB bleibt nichts anderes übrig. Der Aufkauf von Staatsanleihen – auch schlechterer Bonität – wurde Anfang Mai beschlossen, weil damals sogar die französischen Staatsanleihen unter Druck geraten waren. Natürlich gibt es im Lager der EZB auch Gegner dieser Verpflichtung, wie den Bundesbankpräsidenten Axel Weber. Sie konnten sich aufgrund der Heftigkeit und der Ausdauer der Verschuldungskrise aber nicht durchsetzen. Kritisiert werden kann die Aktion allenfalls deshalb, weil sie bisher nicht zu einer Verminderung der Zinsunterschiede geführt hat.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.