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Knall beim Zuger Rekord-Start-up Tezos

Der umstrittene Präsident Johann Gevers, Schöpfer der Zuger «Krypto Valley»-Marke, tritt per sofort aus dem Stiftungsrat zurück.

Der Südafrikaner Johann Gevers ist per sofort aus dem Stiftungsrat von Tezos zurückgetreten. (22.9.2015, Urs Jaudas)
Der Südafrikaner Johann Gevers ist per sofort aus dem Stiftungsrat von Tezos zurückgetreten. (22.9.2015, Urs Jaudas)

Das Rekord-Start-up Tezos kommt nicht zur Ruhe: Johann Gevers, Präsident der Tezos Foundation in Zug, ist per sofort aus dem Stiftungsrat zurückgetreten. Ebenso verlässt ein zweites Mitglied den Rat. Zwei neue Stiftungsräte sind bereits bestimmt, wie die Stiftung heute in einer Mitteilung schreibt.

Das Start-up hat in den letzten Monaten beidseits des Atlantiks für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Im Juli 2017 brachte eine Finanzierungsrunde, ein sogenanntes Initital Coin Offering (ICO), 232 Millionen Dollar ein – Rekord für ein Unternehmen aus dem Krypto-Bereich. Tezos plant eine dezentrale digitale Plattform für Transaktionen, basierend auf der Blockchain-Technologie.

Danach zerstritten sich aber Gründer Arthur Breitman, der die Entwicklung der Software leitet, und der Südafrikaner Johann Gevers, der über die Zuger Tezos Foundation das eingenommene Kapital kontrollierte. Es ging um die Macht in der Stiftung – und damit um die Millionen. Eine Reihe von Investoren mischte sich ein, da sie ihre Einlagen gefährdet sahen. Sie versuchten etwa erfolglos, Gevers via Anwälte über die Eidgenössische Stiftungsaufsicht zum Rücktritt zu zwingen. Gleichzeitig lag wegen des Konflikts das eingenommene Kapital brach – und der Start der Plattform verzögerte sich.

Damit wurde Tezos zum prominentesten Streitfall der globalen Krypto-Szene.

Parallel rückte die Figur Johann Gevers stärker in den Fokus. Der 52-Jährige inszenierte sich selbst als Schöpfer des Zuger Crypto-Valley-Ökosystems und als erfolgreicher Unternehmer. Eine Recherche in dieser Zeitung zeigte, dass sein aufgebautes Image so nicht zutraf.

Investoren und Entwickler aus der Tezos-Community waren über Gevers’ Verhalten so verärgert, dass sie eine Schweizer Konkurrenzstiftung aufbauten: die T2 Foundation. Zwei Köpfe aus dieser Organisation steigen nun in die Leitung der Tezos-Stiftung ein: der Amerikaner Ryan Jesperson und der Franzose Michel Mauny. Beide stehen den Investoren und der Entwickler-Community nahe. Sie wurden vom Stiftungsrat bereits gewählt.

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