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«K-Tipp» greift Ärger mit SBB, Post und Swisscom zu Recht auf

Die Initiative «Pro Service public» ist kein Marketing-Gag. Die Journalisten des «K-Tipp»-Verlags setzen sich zu Recht für bessere Leistungen ein – finden TA-Online-Leser.

Das Polit-Establishment zittert, weil sich mit der Volksabstimmung vom 5. Juni zunächst ein Ja zur Pro-Service-Public-Initiative abzeichnet. Was die Stimmbürger an den Dienstleistungen der SBB, Post oder Swisscom ärgert, war bisher eine Behauptung der Initianten des Konsumzeitschriftenverlags KI Medien (K-Tipp, Saldo, Bon à savoir). Redaktion Tamedia wollte es genau wissen und führte letzte Woche eine Online-Umfrage durch. Rund 3200 Nutzer nahmen daran teil. Das Gesamtresultat zeigt: 43 Prozent aller Teilnehmer sind mit den Diensten der drei staatsnahen Betriebe monatlich mindestens einmal unzufrieden bis sehr unzufrieden. Umgekehrt: Zufrieden oder nur selten unzufrieden sind 57 Prozent.

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Bei einem Ja zur Initiative müsste die Grundversorgung in der Schweiz neu definiert werden. Die Staatsbetriebe würden dann die Gewinne aus dieser Grundversorgung nicht mehr an den Staat abliefern dürfen, wie die Post und Swisscom dies heute tun. Sie müssten das Geld in die Grundversorgung reinvestieren. Darüber hinaus würden die Toplöhne der Manager auf das Niveau der Topbeamten beim Bund (385‘000 Franken) oder des Bundesrats gesenkt werden (445‘000 Franken). Was gelten würde, ist rechtlich umstritten.

Die Gegner haben den Initianten wiederholt Eigennutz vorgeworfen. Die Initiative diene vor allem der Selbstprofilierung eines Zeitschriftenverlags. Dieser Vorwurf ist in den Augen einer Mehrheit der Umfrageteilnehmer verfehlt. Ein Drittel sagt, dass die Initianten «Probleme benennen, die andere ignorieren». Ein weiteres Drittel bestätigt, es sei «ihr gutes Recht», als Journalisten eine Volksinitiative zu lancieren, weil sie «auch Staatsbürger sind». Eine grosse Minderheit versteht nicht, warum alle 248 National- und Ständeräte der Volksinitiative die Unterstützung versagen.

Trotz dieser Unmutsbezeugung gibt sich eine Mehrheit der Teilnehmer desillusioniert, was die Folgen einer Annahme der Initiative angeht. Nur rund Drittel glaubt, dass sie bei einem Ja etwas am Service Public ändern würde. 45 Prozent glauben nicht, dass sich etwas ändern wurde. 18 Prozent können die Frage nicht einschätzen.

Wer sind die Umfrageteilnehmer?

Die nicht repräsentative Umfrage lief vom 10. bis 17. März 2016 online. 3208 Nutzer nahmen daran teil. 40 Prozent der Befragten leben in der Stadt, 42 % in der Nähe einer Stadt. 17 Prozent stammen vom Land und 1 Prozent wohnt in einem schwach besiedelten Randgebiet. 53 Prozent sind regelmässige, 22 Prozent gelegentliche Pendler. Ein Viertel pendelt nicht. 79 Prozent sind Männer, 19 Prozent Frauen. Je ein Fünftel der Antwortgeber stammen aus den Altersklassen 36 bis 45 Jahre, 46 bis 55 Jahre und 56 bis 65 Jahre. Der Anteil der Pensionäre an der Umfrage betrug 17 Prozent, der der 26- bis 35-Jährigen 12 Prozent. Die restlichen Stimmteile waren jünger als 25 Jahre. Gemessen an den Antworten in der offen Fragen, waren die allermeisten Antworten ernsthaft gemeint. Diese Antworten zeigen auch, dass der Anteil der erklärten Befürworter oder Gegner sich ungefähr die Waage halten dürften.

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