Kuoni baut 350 Stellen ab – Chef muss gehen

Der angeschlagene Reisekonzern Kuoni setzt den bisherigen Chef Peter Meier ab. Trotz dem Verkauf der Reisebüros schreibt das Unternehmen einen Millionenverlust.

Millionenverluste bei Kuoni: Der Konzernchef Peter Meier muss gehen. (22.6.2015)

Millionenverluste bei Kuoni: Der Konzernchef Peter Meier muss gehen. (22.6.2015) Bild: Ennio Lanza/Keystone

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Nach dem Verkauf des Reisebürogeschäfts und einem weiteren Quartalsverlust baut der Reisedienstleiters Kuoni Group die Konzernspitze um. So muss der bisherige Chef Peter Meier seinen Sitz räumen. Zudem soll der Verwaltungsrat neu zusammengesetzt werden. Ausserdem werden 350 Vollzeitstellen gestrichen, teilte das Unternehmen mit.

Der Konzern hat im dritten Quartal einen Verlust von 121,2 Millionen Franken geschrieben. Grund dafür sind vor allem Währungsverluste aus dem nicht fortgeführten Geschäft. Aber auch die Organisation von Gruppenreisen lief nicht gut.

Die Kuoni Group hat bei den fortgeführten Aktivitäten von Juli bis September mit 1,96 Milliarden Franken einen fast genau gleich hohen Nettoerlös wie in der Vorjahresperiode erreicht. Ohne Akquisitionen und Verkäufe sei jedoch ein Wachstum von 8 Prozent erreicht worden.

Nach neun Monaten schreibt die Kuoni-Gruppe einen Nettoverlust von 293,3 Millionen Franken, gegenüber einem positiven Ergebnis in Höhe von 52,5 Millionen im Jahr zuvor. Der Umsatz liegt bei 2,56 Milliarden Franken.

Umbau der Konzernleitung

Kuoni baut nun die Unternehmensspitze um. So muss Chef Peter Meier gehen. Zubin Karkaria, bisher Chef der Visaabteilung VFS Global Division, übernimmt die Konzernleitung. Neue Finanzchefin wird Prisca Havranek-Kosicek.

Beim Betriebsgewinn (Ebit) musste das Unternehmen einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Gegenüber dem Vorjahresquartal halbierte er sich annähernd auf 19,0 Millionen Franken.

Während das Geschäft mit Hotelübernachtungen (Global Travel Distribution GTD) sich gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich steigern konnte und das Visageschäft (VFS Global) einen Gewinnrückgang hinnehmen musste, schrieb das Geschäft mit Gruppenreisen (Global Travel Services GTS) einen Verlust von 12,7 Millionen Franken.

Kuoni Group leidet in diesem Geschäftsfeld weiterhin unter einer stockenden Nachfrage in Japan. Das Ergebnis von GTS wurde jedoch auch von Wertberichtigungen um Umfang von 16,4 Millionen Franken und durch Kosten von 3 Millionen Franken für die Anpassung der IT-Struktur belastet.

Abbau von 350 Vollzeitstellen

Dieser Bereich soll darum umfassend restrukturiert werden, wie Kuoni Group am Donnerstag mitteilte. So sind verschiedene Standortverlagerungen und ein Abbau von rund 350 Vollzeitstellen geplant. Dieser Abbau soll gemäss Mitteilung über natürliche Fluktuation aber auch Kündigungen erfolgen. Mit diesem Restrukturierungsprogramm soll die Kostenbasis um über 30 Millionen Franken reduziert werden.

Für das Gesamtjahr 2015 erwartet der Reisedienstleister ein bereinigtes Betriebsergebnis von 50 Millionen Franken oder höher. Das liegt gemäss Mitteilung über den bisher kommunizierten Erwartungen. Restrukturierungskosten der Division GTS sowie Kosten für die Reduktion der Support- und Konzernfunktionen werden jedoch das Ergebnis im vierten Quartal mit insgesamt 20 Millionen belasten.

Nicht bereinigt wird darum nur ein Betriebsergebnis für das Gesamtjahr von 11 Millionen Franken erwartet. (ij/SDA)

Erstellt: 05.11.2015, 09:01 Uhr

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