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Kuoni schreibt einen Verlust von 172 Millionen Franken

Der Reisekonzern Kuoni muss im ersten Halbjahr erwartungsgemäss finanzielle Rückschläge hinnehmen. Die Gründe sind vielfältig.

Verlust: Kuoni musste finanzielle Einbussen in Kauf nehmen. (22. Juni 2015)
Verlust: Kuoni musste finanzielle Einbussen in Kauf nehmen. (22. Juni 2015)
Ennio Leanza, Keystone

Kuoni hat heute sein Halbjahresergebnis veröffentlicht. Dabei hat der Reisekonzern einen Verlust von 172,1 Millionen Franken geschrieben. Das bereits verkaufte Geschäft mit den Reisebüros belastete dabei das Ergebnis mit 178 Millionen Franken. Mit einem Gewinn von 5,9 Millionen Franken konnte sich Kuoni auch bei den fortgeführten Aktivitäten nicht steigern. Im Gegenteil: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 fiel deren Gewinn fast 80 Prozent tiefer aus.

Der Konzern führt für diesen Rückgang auf drei Hauptgründe zurück. So konnte zwar der Handel mit Hotelübernachtungen den Umsatz um 3 Prozent auf 872,9 Millionen Franken steigern. Das Betriebsergebnis (Ebit) jedoch reduzierte sich von 15,1 Millionen Franken im Vorjahr auf nun noch 3,2 Millionen Franken, weil Kuoni aus Marketinggründen die Preise tief gehalten hat. Zudem haben laut Mitteilung höhere Personalkosten und Investitionen in die IT auf das Ergebnis gedrückt.

Gruppenreisen als Sorgenkind

Als eigentliches Sorgenkind des geschrumpften Konzerns erweist sich dabei das Geschäft mit Gruppenreisen. So sank bei GTS im Vorjahresvergleich nicht nur der Umsatz um 12 Prozent auf 502,3 Millionen Franken. Mit minus 21,4 Millionen Fr. verdoppelte dieser Bereich auch die Verluste. Meier zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass dank Restrukturierungen GTS wieder profitabel wird. Gegenüber dem Jahresanfang jedenfalls habe sich das Buchungsniveau in diesem Bereich bereits auf Vorjahresniveau verbessert.

Deutlich besser lief es Kuoni im Geschäft mit Hotelübernachtungen. So konnte Kuoni die Zahl der gebuchten Übernachtungen um 7,8 Prozent auf 6,6 Millionen steigern. Der Umsatz nahm um 2,9 Prozent auf 872,9 Millionen Fr. zu. Die höheren Personal- und Marketingausgaben jedoch liessen den Betriebsgewinn von 15,1 Millionen Fr. im Vorjahr auf 3,2 Millionen Fr. sinken.

Kuoni hat damit in seinen zwei neuen Hauptgeschäften zusammen rote Zahlen geschrieben. Dass dies nicht zu einem eigentlich Absturz geführt hat, hat der Reisekonzern der kleinsten Geschäftseinheit - dem Geschäft mit Visadienstleistungen - zu verdanken. VFS Global boomt nämlich weiter. So steigerte dieser Bereich den Umsatz um 24 Prozent auf 158,1 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 23 Prozent auf 32,6 Millionen Franken.

Auf diesen Geschäftsbereich ist gemäss Meier auch im zweiten Halbjahr Verlass. Bis Anfang August hat VFS Global 11 Prozent mehr Visas als im Vorjahr verarbeitet. Über alle Bereiche geht der Kuoni-Chef davon aus, dass sich der Konzern im zweiten Halbjahr deutlich verbessern kann und die Ergebnisse des Vorjahres erreicht.

Als neue Prognose für das Gesamtjahr nannte Meier ein Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten im Bereich von 40 bis 50 Millionen Franken. Das Gesamtergebnis jedoch falle wegen des Verkaufs des Reiseveranstaltergeschäfts markant negativ aus. Zum Verlust von 178 Millionen Fr. aus dem ersten Jahr kämen weitere buchhalterische Verluste von 215 Millionen Fr. dazu, sagte Meier.

Die Börse reagierte auf diese Ankündigungen wenig erfreut. Der Kurs der Kuoni-Aktie gab bei einem schwachen Gesamtmarkt bis 14 Uhr um 5,6 Prozent nach.

Einzig das Visageschäft boomt

Beim Gruppenreisegeschäft litt der Reisekonzern unter einer rückläufigen Nachfrage in Japan und unter dem starken Franken. Insgesamt reduzierte sich der Umsatz in diesem Bereich um 12 Prozent auf 502,3 Millionen Franken. Der Betriebsverlust verdoppelte sich auf 21,4 Millionen Franken.

Dass Kuoni im fortgeführten Geschäft keine roten Zahlen schreiben musste, hat der Reisekonzern der kleinsten Geschäftseinheit zu verdanken. Das Geschäft mit Visadienstleistungen boomt weiter. So steigerte dieser Bereich den Umsatz um 24 Prozent auf 158,1 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 53 Prozent auf 32,6 Millionen Franken.

Trotz dem mässigen Halbjahresergebnis zeigt sich das Kuoni-Management bei seinem Ausblick zuversichtlich. Für das Gesamtjahr wird für den Reisekonzern ein Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten im Bereich von 40 bis 50 Millionen Franken erwartet. Darin enthalten ist auch ein erwarteter negativer Währungseinfluss von 7,5 Millionen Franken, wie es in der Mitteilung heisst.

SDA/fal

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