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Kursfeuerwerk der Facebook-Aktie

Gute Zahlen lösten bei den Anlegern eine regelrechte Facebook-Euphorie aus. Auch Amazon wächst rasant – auf Kosten des Gewinns. Die Wallstreet erhielt ausserdem Unterstützung von positiven Konjunkturdaten.

Die Aktien des weltgrössten sozialen Netzwerks Facebook legten heute nach überraschend guten Bilanzdaten ein regelrechtes Kursfeuerwerk hin. Sie sprangen knapp 30 Prozent in die Höhe. Die Aktie schloss bei 34.36 Dollar und war damit 7.85 Dollar teuer als am Ende des Vortags.

Anleger feierten enthusiastisch den Umsatz- und Gewinnanstieg des Onlinenetzwerkes im abgelaufenen Quartal. Facebook steigerte die Einnahmen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 53 Prozent auf 1,81 Milliarden Dollar. Der Gewinn von 19 Cent pro Aktie übertraf die Analystenerwartungen um 5 Cent. Besonders beeindruckt waren die Anleger vom Erfolg auf mobilen Geräten. Dort konnte Facebook mit Werbung rund 650 Millionen Dollar erzielen – gegenüber praktisch keinen Einnahmen im Vorjahr. Die Schwächephase nach dem Pannen-Börsengang im vergangenen Jahr scheint damit endgültig vergessen.

Amazon nimmt für Expansion Verlust hin

Der teure Expansionskurs hat dem weltgrössten Onlinehändler Amazon einen kleinen Verlust eingebrockt. Im zweiten Quartal verlor das US-Unternehmen unterm Strich 7 Millionen Dollar (6,6 Millionen Franken), nachdem es im Vorjahreszeitraum noch einen hauchdünnen Gewinn einfahren konnte. Amazon nimmt das Minus bewusst in Kauf: Mit eigenen Produkten wie den Kindle-Tablets und Kampfpreisen im Sortiment versucht der Konzern, seinen Marktanteil stetig zu vergrössern. Auch der Aufbau neuer Versandzentren geht ins Geld.

Der Lohn der Mühe: Amazon wächst weiterhin rasant. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Sitz in Seattle mitteilte. Besonders stark legte dabei das wichtige Geschäft im Heimatmarkt zu, während der Ausbau des internationalen Zweigs hinterherhinkte.

Aktie verliert nachbörslich 1 Prozent

Die hohen Investitionen werden nach Ansicht von Gründer und Chef Jeff Bezos im laufenden Quartal zu einem noch höheren Verlust von operativ bis zu 440 Millionen Dollar führen. Nachbörslich fiel die Aktie um 1 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit aber immer noch rund 20 Prozent zugelegt und steht nahe seinem Allzeithoch von gut 309 Dollar.

Mittlerweile arbeiten weltweit 97'000 Menschen für Amazon, dabei sind befristete Beschäftigte und Leiharbeiter noch nicht einmal mitgezählt. Vor einem Jahr waren es erst 69'100 Leute. Neben dem Versandhandel sowie dem digitalen Unterhaltungsgeschäft mit Filmen, Musik und elektronischen Büchern ist Amazon auch einer der grössten Dienstleister im Internet. Der Konzern betreibt mehrere Rechenzentren, die Cloud Computing unter der Marke AWS anbieten. Namhafte Konkurrenten sind Apple bei digitalen Inhalten sowie Ebay im Handel und beim Onlinebezahlen.

Robuste Industrie – Sorgen wegen China

Die New Yorker Aktienmärkte haben am Donnerstag die Flut an Quartalsbilanzen grosser US-Unternehmen mit leichten Kursgewinnen aufgenommen. Die Industrie entwickelte sich besser als erwartet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,1 Prozent auf 15'555 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,7 Prozent auf 3605 Punkte zu.

Die US-Industrie zog im Juni überraschend viele Aufträge an Land. Die Bestellungen von langlebigen Gütern erhöhten sich um 4,2 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Zugleich wirkten die enttäuschenden Ergebnisse von Börsenschwergewichten wie Caterpillar oder AT&T vom Vortag noch nach und lösten bei einigen Börsianern Sorgen über die künftige Gewinnentwicklung aus. Auch fürchteten viele Anleger negative Auswirkungen auf die Geschäfte der US-Firmen durch das langsamere Wachstum in China.

SDA/rub

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