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Kurvenreich, aber nicht sexy

Der Schweizer Börsenindex erreicht den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Wechselkurseffekte lassen die Unternehmensgewinne schmelzen und Anleger sind verunsichert. Beim Börsenumsatz droht ein Einbruch.

Der Geschäftsverlauf der Schweizer Börse lässt bis Ende Jahr nichts Gutes erahnen. Keine 30 Minuten hat es gedauert, bis der Swiss Market Index (SMI) mit 5814 am Freitag Morgen, den 29. Juli, einen vorübergehenden Tiefstand erreicht hat. Im Laufe des Tages ist der Index sogar noch weiter abgerutscht, und zwar auf 5724 Zähler, den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Die 6000er-Marke rückt zunehmend in weite Ferne. Gründe dafür gibt es reichlich: Die Unsicherheit darüber, ob sich Demokraten und Republikaner in den USA noch einigen können, den von der Verfassung erlaubten Schuldenstand nach oben zu korrigieren, drückt weltweit die Aktienkurse – so auch in der Schweiz. Die Ratingagentur Moody's droht mit der Herabstufung Spaniens – und der Euro bleibt auf Talfahrt, die Schweiz auf dem starken Franken sitzen. Und zahlreiche Negativmeldungen zu den Halbjahresergebnissen, vom Kleinbetrieb bis zur Grossbank, schmälern weiterhin die Gewinne in der Heimwährung.

Der Kapitalmarkt wird in der Folge zunehmend nervös: «Wir sind vor den negativen Wirtschaftsentwicklungen nicht gefeit», heisst es aus dem Umfeld der Schweizer Börse SIX. Vor Bekanntgabe der Halbjahreszahlen Anfang August traut sich offenbar keiner der SIX-Vertreter persönlich an die Öffentlichkeit. Die Performance der wichtigsten börsenkotierten Unternehmen wie Nestlé, Novartis, Roche, UBS, ABB, CS, Zurich Financial und Richemont lässt aus Anlegersicht zu wünschen übrig. Kurzfristig profitiert die Börse sogar etwas von den Negativmeldungen bei den Halbjahreszahlen der Unternehmen. Sinkt der Gewinn, wird die Aktie teurer, weil zur Berechnung immer der Kurs zum Gewinn herangezogen wird (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Und gehandelt wird in jedem Fall, insbesondere dann, wenn eine Aktie unbeliebt ist und verkauft wird. Auf Jahressicht hingegen fällt der Kurs und unbeliebte Aktien werden auch weniger gehandelt. An dieser Stelle beginnt das Jammern der Börsianer. Dass so eine Entwicklung auch Auswirkungen auf das Handelsvolumen im SMI hat, liegt auf der Hand: Die genannten Unternehmen vereinen 81 Prozent vom gesamten SMI-Volumen auf sich. Mit Stand Juli 2011 macht das 749 Milliarden Franken aus.

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