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Landeten UBS- und Wegelin-Gelder bei der Bank Frey?

Ein Zürcher Anwalt und ein Geschäftsleitungsmitglied der Bank Frey sind in den USA wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung angeklagt. In einem Fall soll Geld in Form von Schmuck in die USA zurückgebracht worden sein.

Hat es auf zwei Schweizer abgesehen: Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara. (Archivbild)
Hat es auf zwei Schweizer abgesehen: Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara. (Archivbild)
Keystone

Erneut ist in den USA Anklage gegen zwei Schweizer wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung erhoben worden. Gemäss einem Communiqué des amerikanischen Justizministeriums wirft die New Yorker Staatsanwaltschaft einem Banker und einem Anwalt vor, US-Steuerpflichtigen beim Verstecken von Vermögenswerten vor den US-Steuerbehörden geholfen zu haben.

Bei den Angeklagten handelt es sich um einen Partner der Zürcher Anwaltskanzlei Niederer Kraft & Frey und ein Geschäftsleitungsmitglied der Zürcher Privatbank Frey. Konkret sollen die beiden unter anderem bei verschiedenen Schweizer Banken Konten für in den USA steuerpflichtige Kunden eröffnet und verwaltet haben.

Zahl der US-Kunden soll sich vervierfacht haben

Wie viele Konten bei der Bank Frey und wie hohe Vermögenswerte betroffen sein sollen, legt das Communiqué nicht dar. Die Staatsanwaltschaft stellt darin aber implizit einen Zusammenhang mit Kunden der UBS und der Bank Wegelin her. Die beiden Angeklagten hätten US-Steuerpflichtigen geholfen, bei der Arbeitgeberin des Bankers Konten zu eröffnen – nachdem diese von anderen Schweizer Banken aufgefordert worden seien, ihre nicht deklarierten Konten zu schliessen. Im Communiqué heisst es weiter, die Zahl der in den USA steuerpflichtigen Kunden bei der Privatbank habe sich zwischen März 2009 und Februar 2012 vervierfacht.

Die Bank Frey hält in einer kurzen Stellungnahme fest, sie prüfe gegenwärtig die rechtliche Situation, die sich aus der Anklage ergebe, und werde sich zu gegebener Zeit weiter äussern.

Schmuck zur Verschleierung von Geldtransfers?

Dem Partner der Zürcher Kanzlei wirft die New Yorker Staatsanwaltschaft zudem unter anderem vor, einem Kunden geholfen zu haben, Offshore-Gelder eines Kunden in Form von Schmuck in die Heimat zurückzubringen. Der beschuldigte Anwalt hatte Ende letztes Jahr seinen Austritt aus der Kanzlei erklärt, wie diese laut NZZ in einer schriftlichen Stellungnahme schrieb. Ob der Weggang im Zusammenhang mit der Anklage in den USA steht, ist nicht bekannt.

Dem Geschäftsleitungsmitglied der Bank Frey wirft die Staatsanwaltschaft laut Communiqué unter anderem auch vor, er habe einen der Steuerhinterzieher davon abbringen wollen, seine Vermögenswerte den US-Behörden offenzulegen.

Die beiden Angeklagten lebten in der Schweiz und seien nicht verhaftet worden, heisst es im Communiqué weiter. Ihnen drohten eine Busse und eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

Jüngster Fall einer ganzen Reihe

Es ist der jüngste Fall einer ganzen Reihe von Anklagen gegen Mitarbeiter von Schweizer Banken in den USA.

Die UBS trennte sich nach einer massiven Krise in ihrem US-Privatkundengeschäft 2008/2009 von vielen amerikanischen Kunden, deren Gelder sie früher versteckt hatte. Die Bank gab Fehlverhalten zu, während die Schweiz zur Beilegung des Konflikts ein Abkommen mit den US-Behörden aushandelte.

Die Bank Wegelin wiederum ist im März dafür verurteilt worden, im Zuge der UBS-Krise in den USA Ex-Kunden der Grossbank übernommen zu haben. Die Bank Wegelin ist Anfang 2012 zerbrochen: Die Besitzer des traditionsreichen St. Galler Geldhauses verkauften das ganze ausseramerikanische Geschäft an die Raiffeisen-Gruppe.

(SDA)

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