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Lehman-Pleite kostete Schweizer Anleger vier Milliarden Franken

Ein Bericht der Finanzmarktaufsicht zeigt, dass die Verluste, welche Lehman-Opfer in der Schweiz erlitten, grösser ausgefallen sind als bisher gedacht. Vor allem Kunden der CS waren betroffen.

Nach der Pleite wurde alles verscherbelt: Eine Mitarbeiterin des Auktionshauses Christie's präsentiert in London den silbernen Schriftzug. (24. September 2010)
Nach der Pleite wurde alles verscherbelt: Eine Mitarbeiterin des Auktionshauses Christie's präsentiert in London den silbernen Schriftzug. (24. September 2010)
AFP

Der Konkurs der Investmentbank Lehman Brother bescherte den Schweizer Anlegern laut der Zeitung «Der Sonntag» einen wesentlich höheren Verlust als bisher angenommen. Sie stützt sich dabei auf einen unveröffentlichten Bericht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma). «Gesamthaft dürfte der Ausfall Lehmans über vier Milliarden Franken an ursprünglich investierten Nennwerten strukturierter Produkte in Kundendepots von Schweizer Banken betroffen haben», steht in dem Report aus dem Jahr 2009. Der Bericht basiert auf der Befragung von 17 Banken.

Offenbar musste die Credit Suisse den grössten Ausfall – 1,321 Milliarden Franken – hinnehmen. Bisher gingen Schätzungen von einem Verlust von 600 Millionen Franken aus. Insgesamt kamen bei der CS laut Finma-Angaben 10'000 Kunden zu Schaden. Bei der UBS waren es dem Bericht zu Folge 5000 Kunden, die insgesamt 630 Millionen verloren. Schaden nahmen auch die Bank Sarasin, die Berner, Walliser und Luzerner Kantonalbank sowie die HSBC und EFG.

Finma stellte Untersuchungen gegen CS ein

Im Fazit des Berichts geht die Finma vor allem mit der Credit Suisse hart ins Gericht. «Bei der Credit Suisse scheinen verschiedene Schwachstellen in der Organisation und den Prozessen zu bestehen. Im Vergleich zu anderen Banken verkaufte sie überdurchschnittlich viele strukturierte Produkte an Retailkunden.»

Die Finma führte 2009 ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen die CS, das sie später aber wieder einstellte. Darauf beruft sich die Bank auch in einer Stellungnahme gegenüber dem «Sonntag»: Die Finma habe festgehalten, dass sie bei der Credit Suisse kein systematisches Fehlverhalten festgestellt habe und deshalb ihre Untersuchungen eingestellt. Den erwähnten Bericht wollte man bei der Bank nicht kommentieren, da er ihr nicht vorliege und aus der Zeit vor der Finma-Untersuchung stamme und somit keine Bedeutung habe.

Zudem habe man den Kunden Hand geboten: «Die Credit Suisse bot sehr rasch und kulant ein umfassendes Lösungsangebot und hat damit rund 4000 Kunden mit einer Gesamtsumme von 150 Millionen Franken entschädigt. Sie tat dies freiwillig und ohne Rechtspflicht.» Kaum eine Bank weltweit habe ähnlich umfangreiche Angebote gemacht.

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