Löhne dürften im nächsten Jahr nur leicht steigen

Angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung fallen die Lohnerhöhungen laut der UBS nicht so hoch aus wie in den vergangenen Jahren.

Weniger als in den Vorjahren: Abzüglich der Teuerung bleiben laut UBS im nächsten Jahr 0,3 Prozent mehr im Portemonnaie. Foto: Christian Beutler, Keystone

Weniger als in den Vorjahren: Abzüglich der Teuerung bleiben laut UBS im nächsten Jahr 0,3 Prozent mehr im Portemonnaie. Foto: Christian Beutler, Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In der Schweiz dürften die Löhne im kommenden Jahr im Durchschnitt leicht steigen. Die Grossbank geht auf der Basis von 335 befragten Unternehmen davon aus, dass 2020 die nominalen Löhne um 0,8 Prozent höher ausfallen. Die grössten Anstiege gibt es in der Chemie- und Pharmabranche.

Generell sei davon auszugehen, dass angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung die Lohnerhöhungen im nächsten Jahr nicht so hoch ausfallen werden wie in den vergangenen Jahren, teilte die UBS am Mittwoch mit.

Im laufenden Jahr sei noch mit einer durchschnittlichen nominalen Lohnanpassung von 0,9 Prozent nach oben zu rechnen. Real, also abzüglich der Teuerung von 0,4 Prozent, bleiben laut UBS in diesem Jahr also 0,5 Prozent mehr im Portemonnaie.

Tiefere Reallohnerhöhung als in den Vorjahren

Mit Blick auf die einzelnen Branchen hält die Bank fest, dass im laufenden Jahr in allen Branchen mit einer Reallohnerhöhung gerechnet werden kann. Ein etwas anderes Bild ergebe sich aber aufgrund der leicht steigenden Inflation und den geringeren Nominallohnzuwächsen für 2020. Dann dürften die Reallohnerhöhungen wieder etwas tiefer ausfallen und in einzelnen Branchen sogar rückläufig sein.

Für das nächste Jahr nun dürfe laut UBS-Lohnumfrage mit einem durchschnittlichen nominalen Lohnwachstum von 0,8 Prozent sowie eine etwas höhere Teuerung von 0,5 Prozent gerechnet werden. Schlussendlich müssen sich Lohnempfänger gemäss der Grossbank also mit einer leicht schwächeren Reallohnerhöhung von 0,3 Prozent zufriedengeben.

Für die Auto-, Elektro- und Metallbranche rechnet die UBS etwa mit einer realen Nullrunde. Noch schlechter ergehe es Angestellten in der Tourismusbranche. Hier dürften die Saläre nur 0,3 Prozent mehr Geld erhalten. Dies frisst allerdings die Teuerung weg, so dass die Arbeitnehmer einen Kaufkraftverlust von 0,2 Prozent erleiden.

Demgegenüber dürften Angestellte in der Chemie- und Pharmabranche mit einem Plus von 1,1 Prozent im nächsten Jahr vom stärksten nominalen Lohnanstieg aller Branchen ausgehen. Abzüglich der Teuerung bleibt also ein Plus von 0,6 Prozent.

Allgemein gelte es aber zu berücksichtigen, dass die Situation seit 2009 über mehrere Jahre eine andere war. «Aufgrund der tiefen, teils negativen Teuerung über mehrere Jahre, konnten sich die Arbeitnehmer in den Jahren 2009 bis 2016 über die durchschnittlich höchsten Reallohnzuwächse der vergangenen rund 30 Jahren freuen», schreibt die UBS dazu. (ij/sda)

Erstellt: 30.10.2019, 10:03 Uhr

Artikel zum Thema

Frauen sortieren Zalando-Päckli – für unter 20 Franken Stundenlohn

Über 30 Pakete pro Stunde müssen Logistik-Mitarbeiterinnen in Arbon TG abfertigen. Jetzt gibt es zwar mehr Lohn – aber immer noch zu wenig, kritisiert die Unia. Mehr...

Unia: Alle Löhne müssen steigen

Über eine 2-prozentige generelle Erhöhung der Einkommen hinaus verlangt der Schweizerische Gewerkschaftsbund ein Plus von mindestens 50 Franken für jede berufstätige Frau. Mehr...

«Kaderlöhne sollten nicht stärker steigen als die durchschnittlichen»

Der Finanzchef des Bundes greift die hohen Löhne der Spitzenbeamten an: «So verschärfen wir ein sozialpolitisches Problem», sagt Serge Gaillard. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Willkommen auf dem E-Bauernhof

Im Jahr 2050 gilt es, 9,8 Milliarden Menschen zu ernähren. Somit muss bis dann die Nahrungsmittelproduktion weltweit um 70 Prozent erhöht werden.

Kommentare

Blogs

Mamablog «Trennungen werden noch immer tabuisiert»

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Fliegende Körner: Ein Bauer erntet Reis auf einem Feld in Nepal. (15. November 2019) A farmer harvests rice on a field in Lalitpur, Nepal November 15, 2019.
(Bild: Navesh Chitrakar ) Mehr...