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Lufthansa-Aktie bricht an der Börse ein

Der Swiss-Mutter geht es weniger gut als erwartet. So zumindest ist die Reaktion der Anleger von heute Morgen zu verstehen. Die verkaufen seit Börsenstart die Papiere in Massen.

Lufthansa fliegt derzeit unter schwierigen Bedingungen: Eine A380 des deutschen Carriers nach dem Start in Warschau. (Archivbild)
Lufthansa fliegt derzeit unter schwierigen Bedingungen: Eine A380 des deutschen Carriers nach dem Start in Warschau. (Archivbild)
Keystone

Die Lufthansa kappt wegen schwacher Geschäfte und Extrabelastungen ihre Gewinnziele. Der operative Gewinn werde in diesem Jahr nur noch eine Milliarde Euro erreichen, teilte die Muttergesellschaft der Swiss am Mittwoch mit. Bislang waren hier 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro erwartet worden.

Vor diesem Hintergrund halte die Konzernleitung auch das operative Ergebnisziel für 2015 für nicht mehr erreichbar. Bei stabilen Rahmenbedingungen strebt das Management bei Umsetzung zusätzlicher Massnahmen ein operatives Ergebnis von rund 2 Milliarden Euro an. Damit streicht der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr die von seinem Vorgänger Christoph Franz ausgegebenen Gewinnziele deutlich zusammen.

Die Lufthansa-Aktie stürzte nach den Nachrichten um mehr als 11 Prozent in die Tiefe. Die Gewinnwarnung habe den Markt auf dem falschen Fuss erwischt, nachdem die Stimmung für die Papiere der Fluggesellschaft zuletzt positiv gewesen, sagte ein Händler.

Das Angebot soll «spürbar reduziert» werden

Der Lufthansa-Konzern beschafft für die Swiss in den nächsten Jahren Flugzeuge für hunderte Millionen Franken. Einerseits wird die Kurzstreckenflotte neu mit den CSeries von Bombardier bestückt, andererseits soll die Schweizer Airline ab 2016 Boeing 777 für die Langstrecke erhalten.

Leider hätten sich die Risiken auf der Umsatzseite realisiert, sagte Finanzchefin Simone Menne. Die Erlöse seien sowohl im Passagier- als auch im Frachtgeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So leide das Geschäft in Europa und nach Nordamerika unter Überkapazitäten, was zu Preisrückgängen geführt habe. Lufthansa werde im Winterflugplan ihr Angebot «spürbar reduzieren». Auf der Kostenseite seien Belastungen von jeweils 60 Millionen Euro durch den Pilotenstreik im April und durch Wertberichtigungen auf Forderungen in Venezuela hinzugekommen.

Swiss schreibt schwarze Zahlen

Vor einem Monat meldete Lufthansa schwache Quartalszahlen. Der Konzern konnte im saisonal schwächsten Quartal des Geschäftsjahres nicht aus den roten Zahlen fliegen. Der Umsatz schrumpfte um 2,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich immerhin von einem Verlust von 359 Millionen Euro auf ein Defizit von 245 Millionen Euro. Dazu trug das gruppenweite Sparprogramm Score bei. Unter dem Strich fiel ein Minus von 252 Millionen Euro an. Das ist deutlich weniger Verlust als im Vorjahr (-458 Millionen Euro).

Anders die Swiss: Nach dem Tiefflug im Vorjahreszeitraum ist die Schweizer Airline im ersten Quartal 2014 wieder in den schwarzen Zahlen gelandet. Die Lufthansa-Tochter erzielte einen Betriebsgewinn von 3 Millionen Franken nach einem Verlust von 24 Millionen Franken vor zwölf Monaten.

Der Umsatz blieb stabil bei 1,191 Milliarden Franken, wie die Fluggesellschaft. Die Steigerung des operativen Ergebnisses sei zu weiten Teilen auf die Änderung der Abschreibungspolitik der Lufthansa-Gruppe zurückzuführen. «Werden diese Effekte ausgeklammert, resultierte dennoch eine leichte Ergebnisverbesserung», schrieb die Swiss.

SDA/cpm

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