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Lukrativer Vontobel-Deal für Raiffeisen

Raiffeisen verkauft ihre Anteile an der Bank Vontobel für rund 270 Millionen Franken zurück. Ein gutes Geschäft für die Bank: Sie erhält fast 20 Prozent mehr, als sie seinerzeit ausgegeben hatte.

Bis Ende August soll die Bank Vontobel ihre Anteile zurückkaufen: Eine Raiffeisen-Filiale in Zürich. (23. Januar 2013)
Bis Ende August soll die Bank Vontobel ihre Anteile zurückkaufen: Eine Raiffeisen-Filiale in Zürich. (23. Januar 2013)
Gaetan Bally, Keystone

Bei der Bank Vontobel ist der Neugeldzufluss im abgelaufenen Semester von rekordhohen 8,2 Milliarden Franken in der Vorjahresperiode auf netto null gefallen. Der Gewinn ging um 3 Prozent auf 73,5 Millionen Franken zurück. Beim Eigenkapital steht ein Taucher an.

Denn Vontobel kauft, wie im Juni angekündigt, den Anteil von Raiffeisen von 12,5 Prozent am Zürcher Traditionshaus zurück. Grund ist, dass Raiffeisen den Kooperationsvertrag 2017 auslaufen lässt. Damit endet die 2004 von Raiffeisen übertragene Verantwortung für die Anlageprodukte und die Wertschriftenabwicklung und -verwaltung.

Bei der Ankündigung der Trennung durch Raiffeisen hatte Vontobel den Rückkaufpreis auf etwa 265 Millionen Franken geschätzt. In dem am Mittwoch veröffentlichten Halbjahresbericht wird der Preis auf rund 270 Millionen Franken präzisiert. Raiffeisen hatte seinerzeit 225 Millionen Franken für das Paket gezahlt und erhält nun fast 20 Prozent mehr.

Weniger Eigenkapital für Vontobel

Die 8,125 Millionen Vontobel-Aktien, die Raiffeisen hält, sollen bis Ende August zurückgekauft und der Generalversammlung 2015 zur Vernichtung vorgeschlagen werden. Der Preis beträgt 33.20 Franken pro Aktie. Am Dienstag schloss der Titel auf 32.95 Franken.

Das Eigenkapital von Vontobel nimmt durch den Rückkauf um 269,7 Millionen Franken ab. Es betrug per Ende letzten Jahres 988,4 Millionen Franken. Die Bank betont, sie verfüge im Branchenvergleich über eine hohe Eigenkapitalquote von 8,2 Prozent per Ende Juni. Die risikogewichtete BIZ-Tier-1-Kapitalquote verringert sich laut den Angaben von 26,1 auf rund 21 Prozent.

Übernahmen nicht ausgeschlossen

Für die laufende Branchenkonsolidierung behalte Vontobel die nötige Feuerkraft, sagte Vontobel-Chef Zeno Staub in einer Telefonkonferenz. Die Bank habe etwa sehr gute Möglichkeiten, hybrides Kapital anzuzapfen.

Vontobel setze aber weiterhin primär auf Wachstum aus eigener Kraft. Staub liess durchblicken, dass Vontobel bereits Übernahmekandidaten angeschaut, aber nicht zugegriffen habe.

Zurückhaltende Grossanleger

Operativ lastete vor allem der Rückzug von institutionellen Anlegern aus Anlagen in Schwellenländern auf dem Geschäft. Insgesamt verzeichnete das Asset-Management einen Geldabfluss von netto einer Milliarde Franken, während das Privatkundengeschäft insbesondere aus Asien Zuflüsse verzeichnete und auch das Investmentbanking zulegte.

Unter dem Strich hielten sich Zu- und Abflüsse die Waage. Analysten hatten allerdings gar mit einem Geldabfluss gerechnet. Staub erwartet im zweiten Halbjahr wieder positive Neugeldzuflüsse.

Die Kundenvermögen stiegen seit Ende 2013 um 6 Prozent auf den Rekordwert von 172,7 Milliarden Franken. Dazu trugen die Entwicklung der Finanzmärkte und die gestartete Kooperation mit der australischen Bankengruppe ANZ massgeblich bei.

Die Gewinnkraft habe Vontobel bestätigen können, hielt Staub fest, verharrte doch der Überschuss vor Steuern auf 88,8 Millionen Franken. Wie in den vergangenen Jahren sollen bei «planmässigem Geschäftsgang» weiterhin über 50 Prozent der Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Dennoch stand der Vontobel-Aktienkurs kurz nach 10 Uhr 1,7 Prozent im Minus.

SDA/thu

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