Luxusuhren von Swatch laufen deutlich besser

Im ersten Halbjahr konnte die Swatch Group den Abwärtstrend stoppen. Das leichte Gewinnplus erfüllt die Erwartungen der Analysten aber nicht.

Es gibt wieder Grund zur Freude: Swatch-Chef Nick Hayek (l.) mit Marc A. Hayek, der sich um die hochpreisigen Marken Breguet und Blancpain kümmert. (10. März 2016)

Es gibt wieder Grund zur Freude: Swatch-Chef Nick Hayek (l.) mit Marc A. Hayek, der sich um die hochpreisigen Marken Breguet und Blancpain kümmert. (10. März 2016) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Der Uhrenhersteller Swatch hat im ersten Halbjahr 2017 weiterhin unter dem starken Franken gelitten und unter der Zurückhaltung anderer Hersteller, für die Swatch Komponenten herstellt. In der Folge ist der Umsatz leicht gesunken. Beim Gewinn konnte der Konzern hingegen zulegen. Für das zweite Halbjahr gibt sich Swatch optimistisch.

Der Konzernumsatz ging in der Berichtswährung Franken von Januar bis Juni im Vergleich zur Vorjahresperiode um 0,3 Prozent auf 3,71 Milliarden Franken zurück, wie die Swatch Group am Freitag mitteilte. In Lokalwährungen hingegen stieg der Umsatz um 1,2 Prozent.

Verunsicherte Kunden verzögern Aufträge

Die Bremsspuren durch die Zurückhaltung anderer Hersteller zeigen sich im grössten Segment Uhren und Schmuck mit einem Umsatz von 3,58 Milliarden Franken: Ohne Produktion hat der Bereich in Lokalwährungen um 2,9 Prozent zugelegt, inklusive der Produktionsumsätze mit Dritten nur um 1,2 Prozent.

Die Produktion, die im Uhren- und Schmucksegment integriert ist, verzeichnete gegenüber dem Vorjahr eine geringere Auslastung. Insbesondere Drittmarken seien sehr verunsichert und verzögerten Aufträge, schreibt der Konzern.

Chinesischer Markt wieder im Aufwind

Nach Regionen betrachtet entwickelten sich die Umsätze in Lokalwährung unterschiedlich: In Festland-China verzeichnete Swatch einen «markanten Zuwachs», wie es in der Mitteilung heisst. In Hong Kong stabilisierten sich die Verkäufe. Uneinheitlich ist das Bild für Japan.

Im Mittleren Osten sei ein «starkes Wachstum» verzeichnet worden. In Europa, einschliesslich der Schweiz, legten die Verkäufe verglichen mit der Vorjahresperiode zu. Auch der nordamerikanische Markt sei in Lokalwährung gewachsen. Wegen des schwachen Dollars sei jedoch kein Franken-Wachstum geblieben.

Steigende Profitabilität

Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit legte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um 5,1 Prozent auf 371 Millionen Franken zu. Entsprechend stieg die Profitabilität: Die operative Marge legte auf 10 Prozent zu von 9,5 Prozent in der Vorjahresperiode. Der Konzerngewinn kletterte um 6,8 Prozent auf 281 Millionen Franken.

Swatch betont die Steigerung insbesondere des Betriebsgewinns vor dem Hintergrund, dass «die Arbeitsstellen bewusst beibehalten» wurden, vor allem in der Produktion, wo die Auslastung tiefer ausfiel als im Vorjahr. Zudem erlaubten die beibehaltenen Produktionskapazitäten, dass Swatch nun schnell auf positive Entwicklungen reagieren könne.

Denn bei allen Marken habe sich im Juni und in den ersten Juliwochen eine Wachstumsbeschleunigung in Lokalwährungen gezeigt – am ausgeprägtesten im gehobenen Preissegement. Dabei verweist Swatch auf Luxusmarken wie Harry Winston oder Breguet.

Swatch erwartet «sehr positives Wachstum»

Entsprechend optimistisch gibt sich der Uhrenkonzern für das zweite Halbjahr. Insgesamt erwartet Swatch «ein sehr positives Wachstum in Lokalwährungen». Der Bestellungseingang habe sich in den letzten Monaten auch bei den Technologiefirmen weiter erhöht. Darüber hinaus setzt Swatch auf Produktneuheiten, etwa bei den Marken Omega, Blancpain, Harry Winston oder Longines.

Eine Prognose für den Umsatz des Gesamtjahres machte Swatch hingegen nicht. An der Bilanzmedienkonferenz von Mitte März hatte Konzernchef Nick Hayek jedoch gesagt, dass in Lokalwährungen ein Umsatzwachstum von bis zu 10 Prozent zu erreichen sei.

Wenig Euphorie bei Analysten

In Analystenkreisen hatte man jedoch mehr erwartet als die Swatch Group nun vorgelegt hat. Laut der Finanznachrichtenagentur AWP hatten Analysten durchschnittlich mit einem Umsatz von 3,74 Milliarden Franken, mit einem Ebit von 384 Millionen Franken und einem Reingewinn von 285 Millionen Franken gerechnet.

Hinzu kommt, dass die Vergleichsbasis für die aktuellen Zahlen schwach war. Im ersten Halbjahr 2016 war der Umsatz um 11 Prozent zurückgegangen, der Betriebsgewinn gar um 54 Prozent und der Reingewinn um 52 Prozent. (rub/sda)

Erstellt: 21.07.2017, 08:21 Uhr

Infobox

Die Swatch-Aktien haben im frühen Handel am Freitag eine uneinheitliche Tendenz gezeigt. Die Beteiligungspapiere notierten kurz vor 11.30 Uhr 0,6 Prozent höher auf 366,40 Franken. Nachdem die Titel den Handel mit einem Minus von über 1 Prozent eröffnet hatten, drehte das Sentiment sehr rasch ins positive Terrain. Im Morgenhandel pendelten die Kurse aber die meiste Zeit ums Niveau des Vortagesschlusses.

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