Zum Hauptinhalt springen

MAN will in Zürich bis zu 40 neue Stellen schaffen

Der letzte grosse Industriehersteller in der Stadt richtet sich neu aus – und trennt sich vom Wort Diesel.

Ernst Meier
Auf dem Werkgelände im Kreis 5 werden Kompressoren für die Öl- und Gasindustrie hergestellt. Video: Ernst Meier

Ingenieure, CAD-Zeichner, Servicetechniker, Logistiker – die Infowand in der Produktionsstätte von «MAN Diesel & Turbo» ist voll mit Stellenanzeigen. Beim Turbinen- und Kompressorenhersteller im Stadtzürcher Kreis 5 läuft es ausgezeichnet. Standortleiter Hans Gut freut sich und verspricht neue Stellen. «Wir wollen den Personalbestand um rund 5 Prozent aufstocken», sagt Gut. Das wären 40 zusätzliche Stellen, denn die Schweizer Niederlassung der deutschen MAN-Gruppe beschäftigt in der Stadt Zürich rund 800 Personen.

Die Schweizer MAN-Sparte ist mitten in einer Neuausrichtung. Nach aussen ersichtlich ist diese durch den neuen Namen, den sich das Unternehmen gibt. Statt MAN Diesel & Turbo heisst es jetzt MAN Energy Solutions. Das neue Firmenschild beim Eingang am Escher-Wyss-Platz wurde heute feierlich enthüllt. Dass man das Wort «Diesel» aus dem Firmennamen streicht, habe nichts mit der Abgasaffäre zu tun, versichert Gut und erklärt: «Wir schauen nach vorn und wollen in neue Technologien investieren.»

Nachhaltigkeit im Fokus

Die Geschäftseinheiten bleiben bis auf weiteres. MAN Energy Solutions wird nach wie vor Grossmotoren für Schiffe und Kraftwerke, Gas- und Dampfturbinen sowie deren Kompressoren herstellen. Weshalb aber nun der neue Name? «Wir haben in den vergangenen zwei Jahren eine neue Strategie erarbeitet und 2017 mit der Umsetzung begonnen», erklärt Managing Director Hans Gut. Bis 2030 soll das Geschäft mit nachhaltigen Technologien und Lösungen stark ausgebaut werden. «Dafür werden wir unser Portfolio mit Hybrid, Speicher- und digitalen Servicetechnologien erweitern», sagt Gut.

MAN Energy Solutions werde zum ganzheitlichen Lösungsanbieter für die Energiebranche. Nur Komponenten herzustellen, reiche nicht mehr. «Da gibt es ausländische Mitbewerber, die günstiger sind», sagt Gut. Für den norwegischen Energiekonzern Equinor ASA (früher Statoil) hat MAN Energy Solutions die erste Unterwasser-Kompressorstation hergestellt. «Eine Hightechlösung für die Erdgasgewinnung auf dem Meeresboden in rund 300 Meter Tiefe», erklärt Gut. Solche Angebote würden auch künftig im Hochpreisland Schweiz entwickelt und gebaut werden können, ist er überzeugt. «Hier sind wir absolut führend – dank der Nähe zur ETH Zürich.» MAN arbeitet in Zürich eng mit der Hochschule zusammen. Derzeit ist die ETH mit einem Forschungsprojekt auf dem Firmengelände tätig.

Neues System zum Speichern von Energie

In den 24'000 Quadratmeter Fläche umfassenden Werkhallen – der grösste Teil davon denkmalgeschützt – in direkter Nachbarschaft zum Prime Tower werden weiterhin Turbinen und Kompressoren hergestellt. Was macht MAN besser als der US-Konzern General Electric? Dieser streicht im Turbinen- und Kraftwerksbau weltweit 12'000 Stellen, im Aargau verschwinden rund 2100 Arbeitsplätze. Laut Hans Gut hat MAN frühzeitig auf alternative Energiegewinnung umgestellt. «Unsere Lösungen verbessern die Effizienz der Anlagen und reduzieren die Emissionen», sagt der Schweiz-Chef. Als Beispiel nennt Gut dazu das gemeinsam mit ABB entwickelte neuartige Speichersystem ETES (Electro-Thermal Energy Storage). Dabei wird Strom – beispielsweise aus Wind oder Solar – zur Speicherung in Wärme und Kälte umgewandelt. Bei Bedarf wird diese wieder in Strom umgewandelt.

Der börsenkotierte MAN-Konzern (ehemals Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg) mit Hauptsitz in München gehört heute zu 76 Prozent der Volkswagen-Gruppe. MAN beschäftigt global über 53'000 Personen. Die Sparte «MAN Energy Solutions» zählt an 120 weltweiten Standorten 14'000 Personen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch