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Mastercard und Visa müssen Milliarden zahlen

In den USA ist es nach einem langen Streit um Kreditkartengebühren zu einem Vergleich gekommen. Visa, Mastercard und mehrere Banken zahlen den Detailhändlern mehr als sechs Milliarden Dollar.

mw
Niedrigere Verbraucherpreise erwartet: Logos von Kreditkartenanbietern an einem Geschäft in Los Angeles. (Archivbild)
Niedrigere Verbraucherpreise erwartet: Logos von Kreditkartenanbietern an einem Geschäft in Los Angeles. (Archivbild)
Keystone

Geldsegen für die US-Einzelhändler: Die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard sowie mehrere Grossbanken haben nach einem jahrelangen Rechtsstreit um die von ihnen eingehobenen Gebühren einem Vergleich zugestimmt. Mindestens sechs Milliarden Dollar (rund fünf Milliarden Euro) wandern nun in die Kassen von Supermarktketten wie Kroger und Safeway, die den Finanzdienstleistern vorgeworfen hatten, Absprachen über die Höhe der Gebühren getroffen zu haben, die für Händler bei der Bezahlung mit Kredit- und Bankkarten anfallen. Die beteiligten Anwälte nannten die am Freitagabend (Ortszeit) erzielte Einigung den grössten kartellrechtlichen Vergleich in der US-Geschichte.

Als Teil des Abkommens, das einen seit 2005 laufenden Rechtsstreit beendet, dürfen Einzelhändler in den USA in Zukunft mehr von ihren Kunden verlangen, wenn sie bei der Zahlung eine Kreditkarte benutzen. Ausserdem sollen die Kreditkartengebühren für die Läden für acht Monate gesenkt werden - ein Schritt, der dem Einzelhandel geschätzte 1,2 Milliarden Dollar (980 Millionen Euro) erspart.

Druck auf Kreditkartenunternehmen steigt

Insgesamt fallen nach Angaben der Vereinigung der US-Einzelhändler durch die Gebühren an Visa und Mastercard für die Läden in den USA jährlich 30 Milliarden Dollar (24,5 Milliarden Euro) an Kosten an. Die Kreditkartenunternehmen verdienen an den Gebühren, die Läden für jeden Kunden zahlen, der eine Kreditkarte oder Bankkarte verwendet. Die Gebühren variieren je nach Karte und Art des Ladens, liegen aber im Durchschnitt bei rund zwei Prozent des Kaufpreises. Die Kreditkartenunternehmen teilen sich die Gewinne mit den Banken, die die Kreditkarten ausstellen.

Nach Argumentation der Kreditkartenfirmen profitieren die Einzelhändler davon, dass sie Karten akzeptieren, weil ihre Kunden so mehr ausgeben als bei Bargeldkäufen. Die Händler hingegen wollten von den Kunden für Kartenzahlungen mehr verlangen, was Visa und Mastercard bisher aber untersagt hatten.

Durch die neuen, in der Einigung festgelegten Regeln könnten die Händler nun die Kreditkartenunternehmen unter Druck setzen, ihre Gebühren zu senken, sagte Patrick Coughlin, einer der Anwälte für die Einzelhändler. Auch Visa-Chef Joseph Saunders zeigte sich zufrieden mit der Einigung. «Wir denken, dass ein Vergleich im Interesse aller Parteien ist», sagte er. Auch Mastercard-Anwalt Noah Hanft sagte am Freitag, dass durch den Vergleich ein noch über Jahre andauerndes Verfahren verhindert worden sei.

(dapd)

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