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McDonald’s serviert Fritten aus Frieswil

Aus dem kleinen Bauerndorf zum Fast-Food-Giganten: Hannes Brunner und Jürg Messerli aus Frieswil liefern pro Jahr 250 Tonnen Kartoffeln an McDonald’s.

Frieswiler Fries: Jürg Messerli (links) und Hannes Brunner produzieren zusammen Kartoffeln für McDonald’s.
Frieswiler Fries: Jürg Messerli (links) und Hannes Brunner produzieren zusammen Kartoffeln für McDonald’s.
Stefan Anderegg

Spricht man die erste Silbe der Ortschaft Frieswil englisch aus, ist der Name Programm. Fries heisst Fritten, Fries nennt auch der Fast-Food-Multi McDonald’s seine Pommes. Und die stammen tatsächlich aus dem kleinen Bauerndorf Frieswil am Südhang des Frienisbergs. Jedenfalls die Kartoffeln dafür.

Nicht zu dick dürfen die Knollen sein, nicht zu dünn und vor allem ja nicht zu klein, sondern lieber so gross wie möglich. Das weiss niemand besser als Landwirt Hannes Brunner:?«Kann man aus den Kartoffeln nur kleine Stumpen schneiden, passen sie ja nicht in die Kartontüten», sagt er.

Gemeinsam mit Betriebspartner Jürg Messerli beliefert Brunner McDonald’s seit über zehn Jahren. Da komme man nicht so einfach rein, sagt Brunner, «es braucht schon viel Erfahrung und Know-how».

Brunner wurde ausgewählt. Nicht nur als Lieferant, sondern derzeit auch als Protagonist für eine gross angelegte Werbekampagne. Unter dem Slogan «Aus Freude am Essen» bricht der Fast-Food-Riese das weltweite Wirken auf die Region herunter und feiert seine Schweizer Lieferanten.

Backtest in Bargen

Brunners und Messerlis Gesichter grinsen derzeit von den Papiersets in den Mc-Filialen, an grossformatigen Plakaten sowie in Kurzfilmen im Internet. In ihrem Videobeitrag wirken die beiden Landwirte ein bisschen wie ein Comedyduo, das in die erste Nummer des Abends stolpert – vertraut, verspielt, sympathisch und authentisch.

«Ich werde viel auf die Kampagne angesprochen», sagt Hannes Brunner. Er freue sich zwar darüber, doch habe er den Rummel nicht unbedingt gesucht. «Solange die Kampagne der Kartoffel dient, mache ich gerne mit», so der 52-Jährige.

An McDonald’s liefern die Bauern jährlich rund 250 Tonnen Kartoffeln. Der Weg führt über die Landi Seeland zur Fenaco in Bargen weiter zu deren Tochterunternehmung Frigemo im neuenburgischen Grissach. Dort werden sie schliesslich zu Pommes frites verarbeitet.

Die Auflagen von McDonald’s sind streng. Die Sorte muss Innovator heissen. Die Kartoffeln müssen mindestens 42 Millimeter gross sein, dürfen keine seltsame Form haben und müssen bei der Fenaco in Bargen den Back- und Stärketest bestehen.

Der Preis handelt die Fenaco mit McDonald’s aus, über konkrete Zahlen spricht Hannes Brunner nicht. Nur so viel:?Wegen des heissen Sommers fehlen in der Schweiz derzeit 30'000 Tonnen Verarbeitungskartoffeln – das treibt den Preis um gut fünf Prozent in die Höhe.

Bitte keine Fries

Hannes Brunner und Jürg Messerli aus Salvisberg gründeten in Frieswil vor 22 Jahren eine Betriebsgemeinschaft. Sie führen nun in der dritten Generation einen Mischbetrieb mit Milchwirtschaft, Getreide, Zuckerrüben – und eben Kartoffeln. Von den total 72 Hektaren fallen 16 auf die Kartoffel. Um das Risiko zu verteilen, bauen die Landwirte nebst den Fast-Food-Knollen auch Saat- und Speisekartoffeln an.

Soeben haben sie die letzten Kartoffeln aus dem Boden gehoben. Nun sind Brunners etwas müde. «Kartoffelernte bedeutet für uns während zweier Monate intensive und strenge Arbeit, bis zu 17 Stunden am Tag.» Doch es bedeute auch viel Freude und Leidenschaft, «sonst muss man es gleich bleiben lassen». Viele helfen in diesen Wochen mit, Freunde, Familie, Nachbarn, sogar Brunners 80-jährige Mutter packt mit an.

Brunners sind wahre Knollenfans. Währschaft seien Kartoffeln und vielseitig anwendbar. Beinahe jeden Tag landen sie in der grossen Bauernküche auf dem Teller:?Rösti, Gschwellti, Stock, Bratkartoffeln, alles möglich – ausser Fries. Die mögen Brunners nicht besonders.

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