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Swiss Re an mehreren Fronten unter Druck

Waldbrände, Erdbeben und ein Hurrikan drücken aufs Ergebnis des Rückversicherers. Dennoch erhöht der Konzern die Dividende. Er nominiert auch neue Verwaltungsräte.

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Sitz der Swiss Re am Mythenquai in Zürich. (Archivbild Keystone/Alessandro Della Bella.
Sitz der Swiss Re am Mythenquai in Zürich. (Archivbild Keystone/Alessandro Della Bella.
Gian Ehrenzeller, Keystone

Swiss Re hat ein durchzogenes Geschäftsjahr hinter sich. Der Rückversicherer konnte zwar die Prämieneinnahmen steigern. Höhere Schäden aus Naturkatastrophen und sinkende Margen drückten jedoch auf den Konzerngewinn.

So hat sich 2016 der Konzerngewinn im Vorjahresvergleich um 22,6 Prozent auf 3,6 Milliarden Franken reduziert. Rückläufig waren dabei die Ergebnisse gleich in drei der vier Konzernsparten.

Weniger Schäden befeuern Wettbewerb

Christian Mumenthaler, der seit dem 1. Juli 2016 den Versicherer führt, zeigt sich an der Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag in Zürich dennoch mit dem Ergebnis zufrieden. «Wir haben 2016 trotz anhaltend schwierigen Geschäftsbedingungen ein gutes Ergebnis erzielt», sagte er.

Mit schwierigen Geschäftsbedingungen meinte er einerseits den anhaltenden Preisdruck in der Branche. Weil in den letzten Jahren die Zahl der Grossschäden in der Tendenz gesunken ist, haben die Rückversicherer nämlich die Prämien gesenkt, was den Preiswettbewerb angeheizt hat. Andererseits musste Swiss Re 2016 im Vergleich zum sehr schadenarmen Vorjahr mehr Schäden decken.

So haben unter anderem die Waldbrände in Kanada, das Erdbeben in Neuseeland und der Hurrikan Matthew zu steigenden Ausgaben geführt. Dazu kamen ein Leck in einer Pipeline und ein durch eine Arbeitscrew ausgelöster Waldbrand in Nordamerika, der im Bereich der Firmenversicherungen die Kosten ansteigen liess.

Druck auf die Marge

Der in diesem Geschäft wichtige Schaden-Kosten-Satz, das Verhältnis von Schadenaufwand zu Prämieneinnahmen, hat sich bei der Swiss Re entsprechend von 87,0 Prozent 2015 auf 94,8 Prozent verschlechtert. Und das obwohl der zweitgrösste Schadensversicherer die Prämien- und Honorareinnahmen um 10 Prozent auf 33,2 Milliarden Dollar erhöhen konnte.

Unter Druck war dabei die Marge gleich in drei der vier Geschäftsfelder. In der Sparte mit Unternehmensversicherungen sackte aufgrund des Preisdrucks und deutlich mehr von Menschen verursachten Schäden der Gewinn um 62 Prozent auf 135 Millionen Franken ab. Der Schaden-Kosten-Satz erhöhte sich von 93 auf 101 Prozent.

Rückläufige Gewinne gab es jedoch auch in den zwei Rückversicherungssparten. So erwirtschaftete die grösste Sparte, die Rückversicherung im Schaden- und Haftpflichtgeschäft, mit 2,1 Milliarden Dollar ein um 30 Prozent tieferes Ergebnis als im Vorjahr, was der Versicherer mit höheren Kosten durch Naturkatastrophen und Ernteausfälle erklärt.

Aber auch das stabilere Geschäft mit der Rückversicherung von Lebens- und Gesundheitsversicherungen konnte nicht an das Vorjahresergebnis anknüpfen. Der Gewinn fiel mit 807 Millionen Dollar um 17 Prozent tiefer aus. Der Grund ist hier gemäss Swiss Re einerseits ein schlechteres Ergebnis in dieser Sparte in Grossbritannien. Andererseits habe im Vorjahr eine Wertberichtigung den Gewinn erhöht.

Erwartungen nicht erfüllt – Aktie gibt nach

Einzig im Geschäft mit der Abwicklung von geschlossenen Lebens- und Krankenversicherungsportfolios konnte Swiss Re den Gewinn dank einem markant besseren Anlageergebnis um die Hälfte auf 638 Millionen Dollar steigern. Bei diesem Geschäft kauft Swiss Re von Versicherern Pakete mit bereits abgeschlossenen Versicherungsverträgen, die Swiss Re dann bis zu deren Ablauf weiterführt.

Mit diesen Ergebnissen hat der Schweizer Rückversicherer die Erwartungen der Analysten und der Anleger nicht ganz erreicht. Der Aktienkurs der Swiss Re Aktie gab trotz einer Dividendenerhöhung und der Aussicht auf ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Laufe des Tages um über ein Prozent nach, womit die Aktie den grössten Verlust aller Titel im Börsenindex SMI verzeichnete.

Trends von 2016 setzen sich fort

Dazu beigetragen hat auch ein Ausblick, der wenig optimistisch ausfällt. Die Trends vom vergangenen Jahr setzen sich nämlich gemäss Mumenthaler auch im laufenden Jahr fort. So bleiben im Schaden- und Haftpflicht-Rückversicherungsgeschäft und in der Unternehmensversicherungssparte die Preise unter Druck.

Swiss Re hat denn auch bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge auf den 1. Januar 2017 zugunsten höherer Marge auf Prämienvolumen verzichtet. Es sank im Vorjahresvergleich um 18 Prozent auf 8,5 Milliarden Franken. In diesem Geschäft heisst die Strategie des Unternehmens denn auch lediglich die Position halten.

Wachsen dagegen will Swiss Re mit massgeschneiderten Rückversicherungsverträgen sowie mit Zukäufen in den beiden Nichtrückversicherungs-Sparten. So strebt Swiss Re im Geschäft mit der Versicherung von Unternehmen Übernahmen an. Auch im Geschäft mit der Abwicklung von geschlossenen Lebensversicherungs-Portfolios will Swiss Re weitere Versicherungspakete kaufen.

(SDA)

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