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Melamin in Nestlé-Milch: Alarm in Asien

In Singapur und Indonesien warnen die Regierungen davor, ein Milchprodukt von Nestlé zu konsumieren. Dieses ist mit der Chemikalie Melamin verunreinigt.

In China sind über 50'000 Kleinkinder durch verseuchte Milch erkrankt, vier sind gestorben. Weitere Opfer könnten folgen, denn inzwischen sind auch in Singapur und Indonesien Milchprodukte aufgetaucht, die mit Melamin versetzt wurden – darunter das Nestlé-Produkt Dairy Farm UHT milk, das in China hergestellt wird. Nun warnen Singapur und Indonesien vor dem Konsum der verunreinigten Milch, wie die indonesische Zeitung «Jakarta Post» schreibt. Zuvor hatten die Behörden in Hongkong Spuren von Melamin in Proben der Dairy Farm UHT milk gefunden.

Bei Nestlé versucht man, die Wogen zu glätten: «In diesem Milchprodukt wurden kleinste Spuren Melamin entdeckt. Der gemessene Wert liegt 25 Mal tiefer als die maximal erlaubte Menge in der Schweiz», sagt Sprecher Robin Tickle auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Die Melamin-Spuren stammten von Küchenoberflächen oder Töpfen. «Die Milch ist also einwandfrei.» Laut Tickle ist die Dairy Farm UHT milk zudem nicht für Kleinkinder bestimmt – sondern ausschliesslich für Restaurants und Grossküchen. Er bezweifelt auch, dass die Milch in Indonesien und Singapur überhaupt verkauft werde, denn das Produkt würde gar nicht in diese Länder exportiert. Das indonesische Gesundheitsministerium vermutet jedoch, dass die Nestlé-Milch illegal über die Ladentische geht.

Verdächtige verhaftet

Für die chinesischen Behörden ist klar, wer für die verseuchte Milch verantwortlich ist: Mitarbeiter von privaten Milch-Sammelstationen. Diese sollen das Melamin in die Milch gemischt haben, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Ministerpräsident Wen Jinbao hatte sich für den Skandal öffentlich entschuldigt und versprochen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. «Wir planen nicht nur, die Lebensmittel- und Milchpulverindustrie neu zu beleben, sondern wollen sicherstellen, dass alle in China hergestellten Produkte für die Verbraucher unbedenklich sind», sagte er am Samstag. Inzwischen wurden 18 Verdächtige verhaftet.

Nestlé dürfte froh sein, wenn bald Gras über die Affäre wächst. Der Schweizer Multi betreibt bereits 20 Fabriken in China. In Zukunft will Nestlé den Standort China weiter ausbauen: «Das ist für uns ein Markt der Zukunft», sagt Sprecher Robin Tickle. Eine Vorsichtsmassnahme ergriff Nestlé dennoch: Seit dem Ausbruch des Milchskandals von zwei Wochen werden alle Produkte aus China auf ihren Melamin-Gehalt getestet.

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