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Meyer Burger erwägt Klage gegen Credit Suisse

Gegen einen Mitarbeiter der Schweizer Grossbank wird in Deutschland wegen Insiderhandel ermittelt. Das Solarunternehmen Meyer Burger verfolgt das Verfahren genau.

Der Schweizer Grossbank droht womöglich eine Klage: Credit-Suisse-Sitz in Frankfurt. (Archivbild)
Der Schweizer Grossbank droht womöglich eine Klage: Credit-Suisse-Sitz in Frankfurt. (Archivbild)
Keystone

Das Schweizer Solarunternehmen Meyer Burger kann sich eine Klage gegen die Grossbank Credit Suisse vorstellen, so ein Bericht der «Schweiz am Sonntag». Letzte Woche wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft in Stuttgart eine Grossrazzia am Hauptsitz der Credit Suisse in Frankfurt durchgeführt hat. Gegen einen Mitarbeiter der Grossbank wird wegen Verdachts auf Insiderhandel ermittelt.

Dabei geht es um die deutsche Solarfirma Roth & Rau, die 2011 vom Schweizer Konkurrenten Meyer Burger übernommen wurde. Bevor das Kaufangebot der Schweizer veröffentlicht wurde, stieg der Kurs von Roth & Rau um 50 Prozent. Ein Mitarbeiter der Credit Suisse wurde inzwischen freigestellt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden von Meyer Burger genau verfolgt. Je nach Ausgang des Verfahrens kann sich das Unternehmen gute Chancen auf Schadenersatzzahlungen ausrechnen, schreibt die Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Ermittlungen laufen

Laut einem ranghohen Manager könnte es über 100 Millionen Franken geltend machen. «Wir warten die Ergebnisse der Untersuchung ab. Je nach Resultat werden wir uns Gedanken über geeignete Massnahmen machen», sagt Werner Buchholz, Sprecher von Meyer Burger. Für den Schweizer Solarpionier war die 350-Millionen-Euro-Übernahme ein finanzielles Desaster: Bereits kurz nach dem Kauf tauchten massive Probleme auf. Meyer Burger musste 2012 100 Millionen Franken auf der Roth-&-Rau-Beteiligung abschreiben.

Ungemütlich für die CS könnte werden, dass deren Investmentbanking-Abteilung in Frankfurt von der bevorstehenden Millionen-Transaktion wusste. Sie wurde von Roth & Rau als Verkaufsberater engagiert. Die CS-Investmentbanker waren aus börsenrechtlicher Sicht somit Insider und durften ihr Wissen nicht ausnutzen. So ist es untersagt, im Vorfeld der Transaktion Aktien für sich oder andere zu kaufen.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gemäss Medienberichten gegen einen Vermögensverwalter der CS. Investmentbanker und Vermögensverwalter sind im gleichen Glasbau in der Frankfurter City untergebracht. Ist es möglich, dass die Insider-Informationen vom Investmentbanking zum Vermögensverwalter flossen? Theoretisch nicht. Die Ermittlungen laufen.

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