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Milchskandal: Nestlé weist Vorwürfe zurück

Singapur und Indonesien haben vor dem Konsum einer Nestlé-Frischmilch aus China gewarnt. Laut dem Nahrungsmittelmulti wird die betroffene Marke gar nicht dorthin exportiert.

Diese in 1-Liter-Kartons abgefüllte Frischmilch der Marke «Dairy Farm UHT Milk» werde nur für Hongkong und nur für Grossküchen und Restaurants hergestellt, sagte Nestlé-Sprecher Robin Tickle am Montag. «Wir liefern diese Milch weder nach Indonesien noch nach Singapur und können uns deshalb nicht erklären, wie wir auf die Listen kamen.»

Wie Tickle sagte, werden keine Milchprodukte aus China in die beiden Länder geliefert. Sollte dennoch «Dairy Farm»-Milch auf verschlungenen Pfaden auf lokale Märkte gelangen, sei diese für die Konsumenten «absolut sicher».

Minimale Mengen gefunden

Bei Tests in Hongkong waren vor rund 10 Tagen geringe Spuren von Melamin gefunden worden, doch diese lagen etwa 25 Mal tiefer als beispielsweise in der EU erlaubt, wie der Sprecher betonte. Nestlé habe dennoch auf Bitten der Hongkonger Behörden die Milch vom Markt genommen.

Im Nachhinein habe sich herausgestellt, dass dies gar nicht nötig gewesen sei. «Zwei Tage nach dem Rückruf in Hongkong führten die dortigen Behörden einen Melamin-Grenzwert ein, der nochmals zwölf Mal tiefer ist als jener der EU. Es stellte sich heraus, dass unsere Milch sogar die Limite in Hongkong noch unterbot.»

Rückstände von Verpackungen

«Es gibt einen Unterschied zwischen Melamin, das absichtlich in die Milch gepanscht wird und Melamin, das bespielsweise durch Verpackungen in Kleinstmengen in die Milch gelangt», sagte Tickle.

Warum der Konzern so sicher ist, keine verunreinigte Milch verarbeitet zu haben, erklärte er so: «Wir holen die Milch direkt von unseren Vertragsbauern ab und nicht bei Zwischenhändlern.» Letztere haben gemäss chinesischen Behörden die Milch mit Melamin gepanscht, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen.

Gemäss Nestlé-Angaben wird die Milch über 70 Mal getestet, bevor sie zum Konsumenten gelangt. Allerdings testet der Konzern erst seit Bekanntwerden des Skandals speziell auf Melamin.

«Vorher kam niemand auf die Idee, dass die Milch damit versetzt sein könnte.» Tickle zeigte sich weiter überzeugt, dass auch früher bei Tests Hinweise auf eine Verunreinigung aufgetaucht wären.

SDA/cpm

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