Mit diesem Auto will VW Tesla den Rang ablaufen

Nach Käfer und Golf: VW schlägt mit seinem Stromer ein neues Kapitel auf. Für 1500 Franken können Schweizer Interessenten einen Produktionsplatz reservieren.

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Volkswagen hat die Vorbestellungen für seinen vollelektrischen Hoffnungsträger «ID.3» im Internet gestartet. Der Preis für die zunächst auf 30'000 Fahrzeuge beschränkte Premieren-Edition mit einer Reichweite von 420 Kilometern soll der eines gut ausgestatteten VW Golf sein, um die 40'000 Franken liegen, wie auf der Homepage des Unternehmens zu lesen ist.

Für die kleinste Version peilt der Autobauer einen Preis von unter 30'000 Euro (ca. 34'000 Franken) an. Ziel sei es, die Elektromobilität massentauglich zu machen, sagte VW-Markenvertriebschef Jürgen Stackmann am Mittwoch in Berlin.

Interessenten in 29 europäischen Ländern können sich seit Mittwoch zum Kauf für das Startmodell registrieren lassen. Dabei wird in der Schweiz eine Reservierungsgebühr von 1500 Franken fällig, die später verrechnet oder erstattet wird. «In vielen Ländern sind die Webseiten unter der Last der Anfragen zusammengebrochen», sagte ein VW-Sprecher und versprach eine möglichst schnelle Lösung der IT-Probleme.

Wie sieht das Auto denn aus?

Komplett sehen können Interessenten den Wagen noch nicht. Die Weltpremiere ist für September bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt angekündigt. Kurz danach sollen verbindliche Bestellungen möglich sein, die ab April 2020 wirksam werden. Die Produktion der ID-Modellfamilie soll Ende 2019 im VW-Werk Zwickau beginnen, wo derzeit der Umbau zur ersten E-Auto-Fabrik läuft. «Erste Fahrzeuge werden Mitte 2020 ausgeliefert», kündigte VW an.

Für den Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ist Volkswagen damit auf einem guten Weg der kompletten Neuausrichtung. Vor allem die Partnerschaften bei der Batterieherstellung seien richtig. Grosses Potenzial sieht der Professor der Universität Duisburg-Essen auch in dem Baukastensystem für Elektroautos, dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB). «Die Plattform wird dem Unternehmen einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten wie Toyota ermöglichen», sagte Dudenhöffer.

«Allerdings ist auch der Erfolgsdruck angesichts der Milliardeninvestitionen hoch», meint Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Die Qualität dieses Systems werde darüber entscheiden, ob Volkswagen den Rückstand auf Tesla aufholen kann. In der Schweiz ist die günstigste Version des Model 3 vom amerikanischen Elektroauto-Hersteller derzeit für rund 48'000 Franken bestellbar.

Der aktuelle VW-Konzernchef Herbert Diess hatte schon 2017 noch als Markenchef angekündigt, dem Elektroauto-Pionier bei günstigeren Stromern den Rang ablaufen zu wollen. «Da werden wir ihn stoppen, an der Linie von 30'000 Euro», hatte Diess gesagt. In 29 europäischen Märkten sind nun erste Vorstellungen für den neuen Hoffnungsträger möglich, der der Golf für das Elektrozeitalter werden soll.

Grosses Interesse in Skandinavien

Vor allem aus wichtigen Märkten wie Norwegen sei das Interesse riesig, sagte Stackmann am Mittwoch in Berlin. Das skandinavische Land gilt als Vorreiter in Sachen Elektromobilität und die Regierung hat mit der Ankündigung, ab 2025 nur noch emissionsfreie Neuwagen zulassen zu wollen, weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Volkswagen will seine Kunden auch mit einem Jahr kostenlosem Strom bis zu maximal 2000 Kilowattstunden locken.

Dass die weltweite Nachfrage für Elektroautos und Hybride stark wächst, zeigt eine Analyse des Beratungsunternehmen PwC auf Basis von Zulassungszahlen in den grossen Automärkten. Batteriebetriebene Elektroautos seien dabei mit einer Wachstumsrate von 85,4 Prozent das am stärksten wachsende Segment, sagte PwC-Experte Felix Kuhnert laut einer Mitteilung vom Mittwoch. (nag/sda)

Erstellt: 08.05.2019, 16:55 Uhr

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