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Nach Vincenz-Ära: Raiffeisen steigert Gewinn um 50 Prozent

Nach Aufarbeitung der Raiffeisen-Affäre verzeichnet die Bankengruppe einen Gewinn von 835 Millionen Franken.

Das Logo der Bank Raiffeisen am Zürcher Limmatquai. Foto: Gaetan Bally/Keystone
Das Logo der Bank Raiffeisen am Zürcher Limmatquai. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Die Raiffeisen-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2019 den Gewinn wieder deutlich verbessert. Zudem konnte die Bankengruppe bei den Kundeneinlagen deutlich zulegen und damit ihren Marktanteil ausbauen. Im Hypothekargeschäft hat Raiffeisen dagegen das Wachstum etwas gedrosselt.

Der Gruppengewinn erhöhte sich vergangenen Jahr um gut 54 Prozent auf 835 Millionen Franken, wie die Raiffeisen-Gruppe am Donnerstag mitteilte. Im Geschäftsjahr 2018 waren die Gewinnzahlen allerdings wegen der Aufarbeitung der Ära des früheren CEO Pierin Vincenz noch von hohen Sonderbelastungen belastet worden. Der Geschäftserfolg als Mass für das operative Ergebnis verbesserte sich um einen Drittel auf 930 Millionen Franken.

Leicht tieferer Ertrag

Der Gesamtertrag ging 2019 dagegen insgesamt leicht auf 3,05 Milliarden Franken zurück (-0,9 Prozent). Im Zinsengeschäft bekam Raiffeisen die «angespannte Margensituation» zu spüren, dank einer günstigen Risikosituation legte der Nettoerfolg dennoch um 1,7 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken zu.

Deutlich verbessern konnte Raiffeisen die Kostenseite: Der Geschäftsaufwand verringerte sich um 6,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Franken. Dabei konnte die Bankengruppe nicht zuletzt von der Ende 2018 abgeschlossenen Einführung des Kernbankensystems profitieren. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 64,9 auf 61,3 Prozent.

Hypothekenwachstum mit Markt

Im Hypothekargeschäft war die Raiffeisen-Gruppe mit einem Anstieg der Forderungen um 3,2 Prozent auf 185,3 Milliarden Franken langsamer unterwegs als noch im Vorjahr. Dies entspreche der Ambition, in etwa auf Marktniveau zu wachsen: Die Bank habe damit ihre Position im Kerngeschäft halten können, so die Bankengruppe.

Die verwalteten Kundenvermögen (AuM) lagen mit 211 Milliarden Franken um 7,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Zu verdanken war der Anstieg nicht zuletzt einem Anstieg der Kundeneinlagen um 6,3 Prozent - damit sei auch der Marktanteil der Raiffeisen-Gruppe bei den Kundeneinlagen mit 13,4 Prozent deutlich ausgebaut worden.

Fünfjahres-Strategie festlegen

Für das laufende Jahr rechnet Raiffeisen mit einem «stabilen Geschäftsgang» in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld. Raiffeisen gehe dabei von einem leicht tieferen Wachstum im Hypothekargeschäft aus. Die Zinsen dürften weiter tief bleiben, prognostiziert das Institut.

2020 will Raiffeisen nun unter anderem eine Saron-Hypothek und eine digitale Vermögensverwaltung lancieren. Zudem will sie mit einer Gruppenstrategie den «strategischen Rahmen für die nächsten fünf Jahre festlegen». In der Strategie, die Mitte 2020 durch den Verwaltungsrat verabschiedet werden soll, würden Herausforderungen wie das Tiefzinsumfeld, die Diversifizierung der Geschäftsfelder und neue Kundenbedürfnisse adressiert werden, so Raiffeisen.

SDA

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