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Naturkatastrophen machen Swiss Re zu schaffen

Verschiedene Schäden rund um den Globus belasten die Quartalsbilanz des Rückversicherers massiv – und im nächsten Quartal dürfte der Ölunfall im Golf von Mexiko hunderte Millionen kosten.

Hoher Schaden: Arbeiter am 27. Februar in Talcahuano, Chile, nach dem Erdbeben.
Hoher Schaden: Arbeiter am 27. Februar in Talcahuano, Chile, nach dem Erdbeben.

Das Erdbeben in Chile, der Wintersturm Xynthia in Westeuropa und Naturschäden in Australien haben im ersten Quartal 2010 die Kostenbilanz der Swiss Re erschüttert. Dank guter Kapitalerträge schaffte der Rückversicherer aber dennoch eine Gewinnsteigerung.

Mit 700 Millionen Dollar schlagen die Verwüstungen unerwartet hoch zu Buche. Damit übersteigen die Gesamt-Schadenzahlungen und Kosten die Prämieneinahmen, die dazu wegen anhaltenden Preisdrucks im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2009 um 13 Prozent auf 4,97 Milliarden Dollar sanken.

Schätzungen zum Ölunfall

Die Combined Ratio, welche die Schadenszahlungen und Kosten mit den Prämien im Nichtlebengeschäft vergleicht, ist heuer mit 109,4 Prozent viel höher als vor einem Jahr, wo sie lediglich 90,2 Prozent betragen hatte, wie der Rückversicherer am Donnerstag bekannt gab.

Swiss Re blühen zudem wegen der Katastophe der Ölplattform «Deepwater Horizon» im Golf von Mexico weitere Zahlungen von rund 200 Millionen Dollar. Die weltweite Versicherungsindustrie dürfte 1,5 bis 3,5 Milliarden Dollar für das Desaster vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana zu berappen haben.

«Natürlich sind dies nur Schätzungen», sagte Swiss-Re-Finanzchef George Quinn an einer Telefonkonferenz. Genaue Berechnungen seien im Moment noch schwierig, warnte er.

Kurssprung der Aktie

Unter dem Strich schaut es für den zweitgrössten Rückversicherer der Welt dagegen besser aus: Der Gewinn stieg im ersten Quartal von 130 Millionen Dollar auf 158 Millionen Dollar. Mit guten Erträgen aus den Kapitalanlagen konnte der Konzern die Katastrophen-Belastungen somit mehr als ausgleichen.

An der Börse kletterte der Swiss-Re-Titel zeitweise kräftig nach oben, gab dann aber wieder Gewinne ab und stand nach Handelsschluss noch mit 0,3 Prozent im Plus. Der Gesamtmarkt SMI schloss im Minus.

Eigenkapital gestärkt

Das Eigenkapital, Rückgrat der Rückversicher, mehrte sich seit Jahresbeginn dank der besseren Bewertung von Obligationen um rund 800 Millionen Dollar auf 26,2 Millionen Dollar. Ende März hatte Swiss Re nach eigenen Berechnungen über 12 Milliarden Dollar mehr Kapital, als für die begehrte AA-Kreditwürdigkeitseinstufung der Agentur Standard & Poor's erforderlich wäre.

«Wir sind immer zuversichtlicher, dass wir das AA wieder bekommen», sagte Finanzchef Quinn. Laut Analysten könnte dies gegen Ende Jahr der Fall sein. Swiss Re braucht zudem rund 3,5 Milliarden Franken, um eine Kapitalspritze des US-Investors Warren Buffett samt Zinsen bis im nächsten Jahr zurückzuzahlen.

Risiken reduziert

Die Risiken im Portefeuille «Legacy», wo Swiss Re noch toxische Papiere aus der Zeit vor der Finanzkrise lagert, hätten weiter abgebaut werden können, sagte der Finanzchef: «Sie sind nun langsam etwa dort, wo wir sie haben wollen.» Im Februar hatte Konzernchef Stefan Lippe gesagt, er wolle Legacy noch dieses Jahr schliessen.

SDA/oku

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