Nestlé droht 65-Millionen-Klage in Indien

Nestlé steht Ungemach ins Haus: Die indische Regierung will den Schweizer Lebensmittel-Multi auf 65 Millionen Dollar Schadenersatz verklagen.

Nestlé sieht sich in Indien mit neuen Vorwürfen konfrontiert: Maggi-Nudeln von Nestlé in einem indischen Geschäft. (Bild Juni 2015)

Nestlé sieht sich in Indien mit neuen Vorwürfen konfrontiert: Maggi-Nudeln von Nestlé in einem indischen Geschäft. (Bild Juni 2015) Bild: Aijaz Rahi/AP

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Der Streit zwischen Nestlé Indien und der Regierung in Delhi scheint weiter zu eskalieren. Nachdem der Schweizer Lebensmittelkonzern im Juni bereits Maggi-Instantnudeln aus dem Sortiment nehmen musste, droht ihm nun eine 65-Millionen-Dollar-Schadenersatz-Klage.

Das indische Ministerium für Konsumentenangelegenheiten plant laut der «Financial Times» zunächst eine Beschwerde bei der Konsumenten-Schlichtungskommission (NCDRC) wegen «Irreführung der Konsumenten». Dabei geht es um den Monosodium-Glutamat-Gehalt der Nudeln. Nestlé Indien hat laut eigener Aussage keine Kenntnis von einer solchen Beschwerde.

20 Prozent weniger Einnahmen

Die Nudeln waren das bestverkaufte Nestlé-Produkt auf dem indischen Markt. Seit der Rücknahme im Juni sind die Einnahmen des Konzerns in Indien um 20 Prozent zurückgegangen. Resultat war der erste Quartalsverlust des Unternehmens seit drei Jahrzehnten, wie die «Financial Times» schreibt.

Der Testbefund aus dem ersten Streitfall, wonach ein zu hoher Bleigehalt in den Nudeln festgestellt worden sei, wurde inzwischen von Testergebnissen aus zahlreichen Ländern, unter anderem den USA, Australien, Kanada und Singapur, widerlegt. Nestlé hat das Verkaufsverbot vor dem Bombay High Court angefochten, ein Urteil soll schon bald gefällt werden.

«Schreckliche Publicity» für Indien

Im neuen Fall sollen nun Monosodium-Glutamate (MSG) in den Nudeln gefunden worden sein, obwohl auf der Verpackung steht, dass keine MSG zugefügt werden. Zwar hat Nestlé erklärt, dass die MSG als natürlicher Bestandteil in den Nudeln auftreten und nicht zugefügt würden. Dennoch werde man die Beschriftung ändern.

Wenig Verständnis für das Vorgehen der Regierung zeigt Sunil Jain, Chefredaktor der «Financial Express», der die Handlungen als «unseriös» bezeichnete und dem Land «schreckliche Publicity» einbringen. «Du willst keinen Streit vom Zaum brechen, wenn verschiedene andere Institutionen weltweit sagen, alles sei okay», so Jain weiter. «Es ist, als wüsste die eine Hand der Regierung nicht, was die andere macht.» (ofi)

Erstellt: 11.08.2015, 14:43 Uhr

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