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Nestlé investiert Milliarden in chinesische Süssigkeiten

Der Nahrungsmittelhersteller hat die Übernahme des chinesischen Süsswarenherstellers Hsu Fu Chi für 1,4 Milliarden Franken angekündigt. Damit will Nestlé seine Präsenz in China noch intensivieren.

Will in China stärker vertreten sein: Nestlé investiert 1,4 Milliarden Franken in China.
Will in China stärker vertreten sein: Nestlé investiert 1,4 Milliarden Franken in China.
Keystone

Nestlé expandiert im Wachstumsmarkt China. Für 1,4 Milliarden Franken will der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern 60 Prozent der Aktien des Süsswaren-Herstellers Hsu Fu Chi kaufen.

Hsu Fu Chi produziert mit 16'000 Angestellten in vier Fabriken Bonbons, Kekse, Snacks und das traditionelle chinesische Sachima-Gebäck. Das Unternehmen mit Sitz in Dongguan in der südlichen Provinz Guangdong erzielte 2010 einen Umsatz von 669 Millionen Franken. Die Betriebsgewinn-Marge (EBIT-Marge) betrug 17,3 Prozent, wie Nestlé am Montag mitteilte.

Hsu-Fu-Chi-Aktie legt zu

In einem ersten Schritt will Nestlé die unabhängigen Aktionäre der an der Börse von Singapur kotierten Firma auskaufen. Nestlé offeriert ihnen 4,35 Singapur-Dollar pro Aktie in bar. Dies entspreche einer Prämie von 24,7 Prozent zum volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 180 Tage, erklärte Nestlé.

In den letzten Tagen hat der Kurs bereits kräftig zugelegt, nachdem Gerüchte über Gespräche von Nestlé und Hsu Fu Chi aufgekommen waren und die Unternehmen schliesslich Verhandlungen bestätigten. Heute gewann die Hsu-Fu-Chi-Aktie 10 Prozent auf 4,40 Singapur-Dollar. Sie notierte damit leicht über dem Offertpreis, einige Anleger spekulieren offenbar auf eine Nachbesserung.

Die beiden grössten unabhängigen Aktionäre, Arisaig Partners Holdings und Tochterfirmen des Baring Asia Private Equity, haben Nestlé ihre Anteile von 9,0 respektive 16,5 Prozent bereits angedient. Die Nestlé-Aktie notierte am Mittag dennoch 0,4 Prozent schwächer.

Gründerfamilie bleibt beteiligt

Verläuft die Offerte erfolgreich, wird die Gründerfamilie Hsu Nestlé einen Anteil von 16,5 Prozent an der Firma verkaufen. Sie baut dadurch ihren bisherigen Mehrheitsanteil auf 40 Prozent ab. Hsu Chen bleibt aber CEO und Präsident von Hsu Fu Chi. Die Transaktionen müssen aber noch von den Behörden genehmigt werden.

Nestlé-Chef Paul Bulcke erklärte, die vorgeschlagene Partnerschaft werde die Präsenz des Konzerns in China in grossem Masse verstärken. Es sei nicht geplant, das Geschäft wesentlich zu ändern oder Arbeitsplätze zu streichen. Die Süsswaren von Hsu Fu Chi seien auf den Geschmack und die Gewohnheiten der chinesischen Konsumenten zugeschnitten. Sie ergänzten die Produktpalette von Nestlé in China, die kulinarische Produkte, löslichen Kaffee, Flaschenwasser, Milchpulver und Produkte für das Gastgewerbe umfasst.

Nestlé ist seit über zwanzig Jahren in China präsent und betreibt heute 23 Fabriken, zwei Forschungs-Zentren und beschäftigt 14'000 Angestellte. 2010 erwirtschaftete Nestlé in der Region China 2,79 Milliarden Fr. Umsatz, 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil am weltweiten Umsatz lag aber erst bei 2,5 Prozent.

Kopie des Yinlu-Deals

Im April hat der Konzern bereits einen deckungsgleich zu Hsu Fu Chi eingefädelten Expansionsschritt in der Volksrepublik angekündigt: Nestlé will am Erdnussmilch- und Reisporridge- Hersteller Yinlu ebenfalls 60 Prozent übernehmen. Das Familienunternehmen erzielte 2010 nach Nestlé-Angaben einen Umsatz von 750 Millionen Franken. Auch hier bleibt die Firmenleitung im Amt.

SDA/wid

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