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Nick Hayek verteidigt Wahl seiner Schwester

Die Wahl von Nayla Hayek zur Verwaltungsratspräsidentin von Swatch hat einige überrascht. Kenner des Unternehmens halten den Entscheid für richtig – sie nennen nur eine Schwierigkeit.

Der Vater habe es von langer Hand so geplant: Nick Hayek (links) im Jahr 2000 mit dem inzwischen verstorbenen Nicolas Hayek.
Der Vater habe es von langer Hand so geplant: Nick Hayek (links) im Jahr 2000 mit dem inzwischen verstorbenen Nicolas Hayek.

Nach dem Tod des Uhrenindustriellen Nicolas Hayek wird seine Tochter Nayla die Nachfolgerin: Das Aufsichtsgremium hat sie am Mittwoch einstimmig zur Verwaltungsratspräsidentin der Swatch Group gewählt.

Die Ernennung von Nayla Hayek ins Präsidium kommt für einige überraschend. Zahlreiche Medien und Analysten hatten spekuliert, dass Naylas Bruder Nick zum Präsidenten ernannt werden würde. Nick ist Chef (CEO) des Unternehmens. In der Sendung «Forum» des Westschweizer Radios RSR hat er am Mittwochabend die Wahl seiner Schwester verteidigt: Sie sei die Bestqualifizierte und die am besten auf das Amt vorbereitete Anwärterin gewesen. «Es war so geplant», sagt er. Die Dinge von langer Hand zu planen - das sei auch eine Vision gewesen seines Vaters.

Analysten ebenfalls optimistisch

Nicolas Hayek starb am Montag während der Arbeit an Herzversagen. Der frühere Chef des weltgrössten Uhrenherstellers Swatch führte 1985 die kränkelnden Unternehmen Asuag und SSIH zur Swatch Group zusammen und galt seither als Retter der Schweizer Uhrenindustrie. Im Comminiqué, das den Tod des Firmenpatriarchen bekannt gab, betonte Swatch, dass Nicolas Hayek die Kontinuität im Aktionariat, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sichergestellt habe.

Die Wahl von Nayla sei in dieser Hinsicht eine gute Lösung, sagte Vontobel-Analyst René Weber im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA: «Damit gibt die Familie ein klares Bekenntnis zum Unternehmen ab.»

Neben Nayla als Präsidentin und Bruder Nick als Verwaltungsrat und Geschäftsführer, ist auch Naylas Sohn Marc Hayek als Topmanager im Konzern tätig: Der 39-Jährige ist Chef der Luxusuhrenmarke Blancpain und arbeitet seit 2002 in der erweiterten Konzernleitung. Der Hayek-Pool kontrolliert 41 Prozent der Aktienstimmrechte und 24 Prozent des Kapitals der Gruppe.

Diskussionen vermieden

Zudem habe der Konzern mit der Wahl Nayla Hayeks zur Präsidentin eine Diskussion um das Doppelmandat abgewendet, sagte Weber. Diese wäre früher oder später losgegangen, wenn Nick Hayek nebst der Tätigkeit als Konzernchef auch das Präsidium übernommen hätte.

Und für einen Rückzug des 56-jährigen Nick Hayeks auf das Verwaltungsratspräsidium und die Ernennung von Marc Hayek zum Konzernchef sei es wohl noch zu früh, sagte Weber.

Geringe Bekanntheit

Als Manko von Nayla Hayek bezeichneten Analysten ihre geringe Bekanntheit in der Öffentlichkeit und der Finanzwelt. Der unternehmerische Leistungsausweis der passionierten Pferdezüchterin sei zu wenig bekannt. Aber diese Skepsis sei auch Nick Hayek entgegengeschlagen, als er 2003 zum Konzernchef ernannt worden sei, sagte Weber. Angesproche auf die Zweifler, antwortete Nick Hayek im Westschweizer Radio RSR ähnlich: Auch er sei anfänglich teilweise mit ungerechtfertigtem Misstrauen empfangen worden. Doch beweise ein Unternehmen, das so schnell auf Veränderungen reagiere und weiter arbeite, doch Kontinuität und Stabilität.

An der Strategie des Uhrenkonzerns ändere sich nichts, sagte Weber. Mit der Wahl von Nayla Hayek werde nochmals betont, dass es genauso weitergehen solle wie bisher. Die operativ entscheidende Kraft werde weiterhin Nick Hayek sein.

An der Börse warf der Personalentscheid auch keine Wellen. Nach dem Einbruch am Vortag um knapp 6 Prozent wegen Ängsten um die Konjunktur, gab die Inhaberaktie in einem schwächeren Gesamtmarkt nur leicht um 0,2 Prozent auf 306,50 Fr. nach.

Gedenkfeier in Bern

Nicolas Hayek, der im Februar 82 Jahre alt geworden war, wird im engsten Familienkreis beigesetzt. Zeit und Ort gaben die Trauerfamilie nicht bekannt.

Für die Öffentlichkeit findet am Samstagnachmittag eine Gedenkfeier im Berner Kursaal statt. Dabei wird sich Bundespräsidentin Doris Leuthard als Vertreterin der Landesregierung an die Trauergemeinde wenden. Als Vertreter des Kantons Bern nimmt Regierungspräsident Philippe Perrenoud teil.

SDA/oku

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