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Norwegen verklagt Citigroup

Die US-Bank soll während der Finanzkrise verschleiert haben, wie schlecht es ihr wirklich ging. Norwegen verlor Millionen – und verlangt nun Schadenersatz. Die Klage hat Chancen.

Bereits von der Börsenaufsicht gebüsst: Citigroup, hier eine Citibank-Filiale in Washington.
Bereits von der Börsenaufsicht gebüsst: Citigroup, hier eine Citibank-Filiale in Washington.

Die US-Grossbank Citigroup gerät unter Beschuss: Norwegen fühlt sich von der Bank getäuscht und verlangt für Verluste aus Geldanlagen mehr als 835 Millionen Dollar Schadenersatz. Die norwegische Zentralbank, die die Einnahmen aus den reichen Öl- und Gasvorkommen des Landes verwaltet, reichte Klage vor dem Bezirksgericht von Manhattan ein.

Norwegen hatte seit Anfang 2007 in grossem Stil Aktien und Anleihen der Citigroup gekauft. In der Finanzkrise verloren die Papiere massiv an Wert.

Den desolaten Zustand verschleiert

In der bereits am 17. September eingereichten, aber erst jetzt öffentlich gewordenen Klage wirft die Zentralbank dem Wall-Street-Haus vor, durch falsche Aussagen und zurückgehaltene Informationen den desolaten Zustand der Citigroup verschleiert zu haben.

«Als der Markt langsam die Wahrheit über Citis finanzielle Lage erfuhr, ging Citi beinahe pleite, und der Kläger verlor einen beträchtlichen Teil seiner Investitionen», heisst es in der 221 Seiten umfassenden Klage.

Börsenaufsicht stützt norwegische Kritik

Die US-Regierung musste die Citigroup mit 45 Milliarden Dollar stützen und ist noch immer an ihr beteiligt. Die Bank hatte sich wie so viele andere am US-Häusermarkt verzockt.

Norwegen steht mit seiner Kritik an der Informationspolitik der Citigroup nicht alleine da. Die US-Börsenaufsicht SEC verhängte schon im Juli eine Strafe von 75 Millionen Dollar gegen die Bank, weil sie es als erwiesen ansah, dass die Citigroup ihr Engagement in die hochriskanten zweitklassigen Hypothekenpapiere bewusst schöngeredet habe, um bei den Anlegern besser dazustehen.

SDA/oku

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