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Novartis droht Strafzahlung in Milliardenhöhe

Im New Yorker Gerichtsverfahren gegen Novartis hat die Urteilsberatung begonnen. Es handelt sich um die grösste Sammelklage wegen Frauendiskriminierung.

Warten auf das Urteil gegen Novartis: Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella.
Warten auf das Urteil gegen Novartis: Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella.
Keystone

Die Geschworenen in New York müssen entscheiden, ob der Schweizer Pharmakonzern Novartis weibliche Angestellte absichtlich diskriminiert hat. Drei Punkte wirft die Anklage dem Unternehmen vor: Die Mitarbeiterinnen seien für gleiche Arbeit mit weniger Lohn abgespiesen, bei Beförderungen übergangen oder bei Schwangerschaften unfair behandelt worden.

In ihrem Schlussargument hielt die Verteidigung daran fest, dass die Erfahrungen der Zeuginnen einzelne fehlerhafte Manager betreffen würden. Der Betrieb sei darauf bedacht, Frauen zu fördern. In Diskriminierungsfällen gelte Nulltoleranz.

Die Nulltoleranz-Weisung stehe wohl auf Papier, sagte Anwalt David Sanford in seinen abschliessenden Worten zu der Jury am Dienstag. In der Praxis dagegen würden Übertritte meist mit wenig mehr als einer Mahnung geahndet.

Novartis droht hohe Busse

Der seit fünf Wochen laufende Fall ist die grösste Klage wegen Diskriminierung gegen Frauen in den USA. Wird Novartis für schuldig befunden, könnten die Abgeltungen und Strafgelder in die Milliardenhöhe gehen.

13 Novartis-Mitarbeiterinnen stehen in der Sammelklage stellvertretend für 5600 Arbeitnehmerinnen, die zwischen 2002 und 2007 für den Konzern gearbeitet haben. Ihnen allen steht es frei, sich der Klage anzuschliessen.

Einstimmiges Urteil nötig

Stimmt die neunköpfige Jury gegen Novartis, kann sie nicht nur die Höhe der Wiedergutmachung bestimmen, die die Opfer erhalten. Sie kann auch darüber befinden, ob das Unternehmen mit Strafzahlungen belegt werden soll.

Richterin Colleen McMahon wies die Geschworenen am Dienstagnachmittag in die Richtlinien der Entscheidungsfindung ein. Die Jury muss ihr Urteil einstimmig fällen. Bis am Dienstagabend waren die Beratungen nicht abgeschlossen. Beobachter erwarten einen Entscheid noch vor dem Wochenende.

SDA/jak

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