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OC Oerlikon verkauft Teile der Textilmaschinensparte

Der Industriekonzern verkauft gut die Hälfte des Geschäfts mit Textil- und Naturfasermaschinen an die chinesische Jinsheng. Diese lässt den Traditionsnamen Saurer wieder aufleben. Investoren reagierten positiv.

Geschäft über 650 Millionen Franken abgeschlossen: Logo am Sitz der OC Oerlikon in Pfäffikon, Kanton Schwyz.
Geschäft über 650 Millionen Franken abgeschlossen: Logo am Sitz der OC Oerlikon in Pfäffikon, Kanton Schwyz.
Keystone

Die Investoren haben den am Montag nachbörslich bekannt gegebenen Verkauf des Geschäfts mit Textilmaschinenkomponenten und Maschinen für Naturfasern des Industriekonzerns OC Oerlikon positiv bewertet. Die Aktie des Unternehmens stieg am Dienstagmorgen im frühen Handel vorübergehend um über 7 Prozent.

Gegen 9.50 Uhr notierte das Papier bei regem Handel um 4 Prozent im Plus. Mit einem Handelsvolumen von 1,4 Millionen Aktien sind bereits mehr Titel gehandelt worden als im Tagesdurchschnitt der letzten beiden Monate. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI liegt derweil um 0,35 Prozent im Plus.

Der Industriekonzern OC Oerlikon hatte bekannt gegeben, er verkaufe gut die Hälfte seiner Textilmaschinensparte. Für rund 650 Millionen Franken geht das Geschäft mit Textilmaschinenkomponenten und Maschinen für Naturfasern an die Gruppe Jinsheng um den chinesischen Investor Pan Xuepeng. Diese lässt auch den traditionsreichen Namen Saurer wieder aufleben.

«Überproportional vertreten»

«Aus Gruppensicht war die Sparte Textil überproportional vertreten», sagte OC-Oerlikon-Chef Michael Buscher gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP. «Mit dem Verkauf erreichen wir eine deutlich bessere Ausbalancierung des Gesamtkonzernumsatzes.»

Der Verkaufsentscheid sei vor allem ein strategischer gewesen. Zuletzt habe der Bereich eine positive Entwicklung bei den Auftragseingängen verzeichnet, so Buscher weiter. «Mit der Jinsheng-Gruppe haben wir für die Unternehmensteile einen Käufer gefunden, für den das Know-how an den Produktionsstandorten wichtig ist und der an Konstanz interessiert ist», so der Unternehmenschef weiter.

Wie es in den Communiqués von Oerlikon und Jinsheng hiess, wird der chinesische Konzern alle 3800 Mitarbeiter und sämtliche Betriebsstätten übernehmen. Die übernommenen Geschäfte erzielten 2011 zusammen einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Franken.

Umsatzanteil gesenkt

Mit dem Verkauf senkt Oerlikon den Umsatzanteil des stark von Konjunkturzyklen abhängigen Textilmaschinengeschäfts. Heute stammt daraus rund die Hälfte des Umsatzes. Inskünftig wird der Anteil nach Konzernangaben noch rund ein Drittel betragen.

Beim Oerlikon-Konzern verbleiben wird nur noch das Geschäft mit Textilmaschinen für chemische Fasern. Dieses kam bisher auf einen Umsatz von rund 900 Millionen Franken. Oerlikon bezeichnet den Verkauf als weiteren strategischen Schritt zur Optimierung des Konzernportfolios.

Der Verkauf soll im Frühherbst kommenden Jahres vollzogen werden und muss vorher noch von mehreren nationalen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Ex-Saurer-CEO als Verwaltungsratspräsident

Die Jinsheng-Gruppe, die neue Besitzerin der von Oerlikon verkauften Geschäftsfelder, wird ihr Textilmaschinengeschäft unter dem Namen Saurer firmieren lassen. Verwaltungsratspräsident der neuen Saurer-Gruppe wird Heinrich Fischer. Er war der letzte Konzernchef von Saurer, ehe das Unternehmen 2007 in Oerlikon aufging.

Neben Fischer wird im Verwaltungsrat auch Pan Xuepeng Einsitz nehmen. Operativ geleitet werden soll die Saurer-Gruppe gemäss Communiqué von Daniel Lippuner, der derzeit bei Oerlikon Textile das Komponentengeschäft leitet.

Die Jinsheng-Gruppe, zu welcher der neue Saurer-Konzern gehören wird, erwirtschaftet derzeit nach eigenen Angaben mit rund 5000 Mitarbeitern einen Umsatz von umgerechnet rund 1 Milliarde Franken. Die zum Konzern gehörenden Unternehmen stellen Werkzeugmaschinen, Textilrecylingmaschinen sowie medizinische Tests her. Die Jinsheng-Gruppe wurde vor rund 12 Jahren in der Jintan-Wirtschaftszone in der chinesischen Provinz Jiangsu gegründet.

Nicht erste Devestition

Der Verkauf eines grossen Teil des Textilmaschinengeschäfts ist nicht die erste Devestition, seit der russische Industrielle Viktor Vekselberg die Kontrolle über den Oerlikon-Konzern übernommen hat und das Unternehmen mit einer Refinanzierung von seiner riesigen Schuldenlast befreit werden musste.

So hat der Konzern erst vor einigen Tagen den Verkauf seiner Solarsparte an die japanische Tokyo Electron abgeschlossen. Oerlikon hat für sie 250 Millionen Franken erhalten. Nebst der bald kleineren Textilmaschinensparte gehören zu Oerlikon auch der Beschichtungsspezialist Balzers Coating und die auf Vakuumpumpen spezialisierte Leybold. Ausserdem stellt Oerlikon auch Antriebssysteme her (Drive Systems).

SDA/kpn/mw

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