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ÖV-Preise: Einzelfahrten sind teuer, Abos vorteilhaft

Die Schweizer Billettpreise liegen im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Am teuersten sind Fahrten zwischen Städten.

Sind die öffentlichen Verkehrsmittel in der Schweiz tatsächlich überteuert?
Sind die öffentlichen Verkehrsmittel in der Schweiz tatsächlich überteuert?
Gaetan Bally, Keystone
Die dritte Preisvergleichsstudie, die vom Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr Litra und vom Verein Direkter Verkehr Schweiz ch-direct vorgestellt wurde, widerlegt dieses Vorurteil zumindest teilweise.
Die dritte Preisvergleichsstudie, die vom Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr Litra und vom Verein Direkter Verkehr Schweiz ch-direct vorgestellt wurde, widerlegt dieses Vorurteil zumindest teilweise.
urs Flueeler, Keystone
Vergleichsweise teuer seien hingegen Einzelfahrten in der Schweiz - insbesondere bei Reisen im Metropolitanraum und zwischen zwei Städten, heisst es in der Studie.
Vergleichsweise teuer seien hingegen Einzelfahrten in der Schweiz - insbesondere bei Reisen im Metropolitanraum und zwischen zwei Städten, heisst es in der Studie.
Christian Beutler, Keystone
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Wer den öffentlichen Verkehr in der Schweiz nur gelegentlich nutzt, muss für ein Billett tief in die Tasche greifen. Doch dank neuer Sparangebote schliesst die Schweiz gemäss einer internationalen Studie gut ab. Das Potenzial ist aber noch nicht ausgeschöpft.

«Bahn-, Bus- oder Schifffahren in der Schweiz ist teuer.» Dieser Satz ist sowohl von Schweizerinnen und Schweizern, insbesondere aber von ausländischen Touristen oft zu hören. Die dritte Preisvergleichsstudie, die am Dienstag vom Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr Litra und vom Verein Direkter Verkehr Schweiz ch-direct, vorgestellt wurde, widerlegt dieses Vorurteil zumindest teilweise.

Das Fazit der Untersuchung lautet: «Der öffentliche Verkehr der Schweiz hat ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.» Im europäischen Vergleich punkte die Schweiz vor allem mit einer «hohen Netz- und Angebotsdichte» und einer «herausragenden Pünktlichkeit». Die Preise lägen gleichzeitig im Mittelfeld.

Teure Einzelbillette

Für die Studie verglich das Forschungsinstitut Infras die Tarife in Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, Grossbritannien und der Schweiz. Generell lässt sich demnach festhalten, dass die Preise im Zeitraum zwischen 2016 und 2018 fast überall leicht gestiegen sind.

Das bedeutet jedoch nicht für alle Kundengruppen dasselbe. So seien die Preise für Abonnemente für Vielfahrer in der Schweiz beispielsweise sehr vorteilhaft. Auch das Fahren im innerstädtischen Verkehr und von der Stadt aufs Land sei günstig.

Vergleichsweise teuer seien hingegen Einzelfahrten in der Schweiz – insbesondere bei Reisen im Metropolitanraum und zwischen zwei Städten, heisst es in der Studie.

Weitere Preisdifferenzierungen geplant

Die Branche arbeite daran, das Preisleistungsverhältnis im öffentlichen Verkehr weiter zu verbessern, sagte ch-direct-Präsidentin Jeannine Pilloud gemäss Redetext. Die Tarife für Gelegenheitsfahrer und bestimmte Kundengruppen müssten runter und die Eintrittshürden für Neukunden gesenkt werden.

Ansetzen will das ehemalige SBB-Kadermitglied insbesondere bei der Preisdifferenzierung. Die in den vergangenen Jahren eingeführten Sparbillette und Frühbucherrabatte hätten sich auffällig schnell entwickelt und auch die Preiswahrnehmungen positiv beeinflusst. Das Potenzial sei jedoch noch nicht ausgeschöpft.

Mit neuen Angeboten und Treuerabatten soll der ÖV-Anteil im Freizeitverkehr gesteigert werden, wie Pilloud ausführte. Zudem sollen Sortimente und Leistungen weiter standardisiert werden.

SDA/ij

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