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«ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung» gibt auf

Die «ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung» erscheint morgen zum letzten Mal. 17 Mitarbeiter wurden entlassen. Das Scheitern der sogenannten Mikrozeitung gefährdet ein ähnliches Projekt Zürich.

Keine wunschgemässe Entwicklung: Der Druck der Nullnummer der ONZ am 16. Februar 2010.
Keine wunschgemässe Entwicklung: Der Druck der Nullnummer der ONZ am 16. Februar 2010.
Keystone

Bei den Entlassungen würden sämtliche vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, teilte die Zeitung mit. Das heisst, zwei der betroffenen Mitarbeiter erhalten noch einen Monatslohn, die anderen 15 Mitarbeiter drei Monatslöhne. Dies sagte ONZ-Projektleiter und Verleger der «Jungfrau Zeitung», Urs Gossweiler, auf Anfrage der SDA.

Die ONZ scheiterte, weil im Inserate- und Abonnentenmarkt die Entwicklung zu langsam verlief, als dass die Zeitung hätte überleben können. Die kommerzielle Entwicklung der Zeitung habe mehr Zeit benötigt als ursprünglich angenommen. So lagen beispielsweise bei den Inseraten die Einnahmen rund ein Drittel unter den Erwartungen. Als Vergleichsgrösse wurden die Zahlen der nach dem gleichen Konzept erscheinenden «Jungfrau Zeitung» im Berner Oberland hinzugezogen.

Ziele von Anfang an verfehlt

Die ONZ habe ihre Ziele von Anfang an nicht erreichen können, schreibt die Zeitung weiter. Gemäss dem Businessplan war das Bestreben, im ersten Geschäftsjahr rund 4000 Abonnenten zu gewinnen und diese Zahl bis ins dritte Geschäftsjahr auf 8000 zu steigern. Doch die Zahl der Abonnenten pendelte sich bei 3000 ein. Monatlich erreichte die ONZ rund 30'000 Online-Nutzer.

Zumindest aber sorgte die ONZ während der vergangenen zwei Jahre für frischen publizistischen Wind in Unterwalden. Dies hatte zur Folge, dass die beiden Kopfblätter der «Neuen Luzerner Zeitung», die «Neue Obwaldner» und die «Neue Nidwaldner Zeitung», ihr Angebot stets ausbauten. Auch im kommerziellen Bereich reagierte die Konkurrenz und erschwerte die Etablierung der ONZ zusätzlich.

Um alle Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden erfüllen zu können, beschloss der Verwaltungsrat nun die geordnete Liquidation der ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung AG. So hätten auch die Abonnenten die Möglichkeit, eine Rückzahlung für nicht vollständig erbrachte Leistungen anzufordern, heisst es weiter.

Rückschlag für Gossweiler

Für Urs Gossweiler ist das Scheitern der ONZ «ein ganz grosser Rückschlag». Auch für seine Pläne in der Stadt Zürich, wie er sagte. Er plante nämlich, das Modell seiner «Jungfrau Zeitung», einer sogenannten Mikrozeitung, die ausschliesslich über Lokales berichtet, auch auf die Quartiere in Zürich zu übertragen.

Wäre die ONZ nun erfolgreich gewesen, hätte dies Gossweilers Grossoffensive in Zürich Rückenwind gegeben. «Jetzt aber kämpfen wir unbestritten mit Gegenwind», sagte er. Ob sein Projekt in der Limmattstadt scheitert, bevor es richtig lanciert wurde, konnte Gossweiler noch nicht sagen. Priorität habe nun die Liquidation der ONZ. Tatsächlich aber sei nun in Zürich noch nicht alles geritzt.

ONZ war täglich online

Anfang 2010 hatten mehr als 400 Aktionäre der ONZ innerhalb weniger Wochen Aktien im Wert von drei Millionen Franken gekauft und den Start der ONZ überhaupt erst ermöglicht. Als sogenannte Mikrozeitung erschien die ONZ täglich online und zweimal in der Woche als Bezahlzeitung. Sie informierte ausschliesslich über Lokales.

Initianten der ONZ waren die Gesellschaft Nidwaldner Volksblatt und Medieninteressierte. Projektleiter war Urs Gossweiler. Die ONZ wurde als Alternative zur «Neuen Obwaldner» respektive «Neuen Nidwaldner Zeitung» lanciert.

SDA/jak

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