Panik an Börse in Shanghai

8,5 Prozent verliert der wichtige Handelsplatz in China. So viel wie seit Juni 2007 nicht mehr. Die Gründe.

Katerstimmung an Chinas Börsen: Händler am Handelsplatz in Shanghai. (Archivbild)

Katerstimmung an Chinas Börsen: Händler am Handelsplatz in Shanghai. (Archivbild) Bild: Reuters

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Die Börse in Shanghai ist am Montag um über acht Prozent abgestürzt. Die Investoren vertrauten momentan nicht darauf, dass die Börsenkurse wieder nach oben gingen, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg den Börsenhändler Jimmy Zuo. Nachdem in Shanghai die Kurse unter 4000 Punkte gefallen seien, wollten die Anleger nun noch «ihre Gewinne einstreichen». Peking hatte vor drei Wochen interveniert, nachdem die Börsen über Tage hinweg einbrachen. Danach beruhigte sich die Lage.

Verkaufsverbot für Manager

Auch Sorgen um die chinesische Wirtschaft drücken auf die Kurse. Die Regierung hatte mitgeteilt, dass die Gewinne grosser Industriefirmen im Juni verglichen mit dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent zurückgegangen waren. Bereits am Freitag hatte eine Art Frühindikator für den Produktionssektor negative Geschäftserwartungen erkennen lassen.

In den vergangenen Wochen waren die Aktienkurse in China dramatisch gesunken. Der Shanghai Composite etwa büsste mehr als 30 Prozent an Wert ein. Insgesamt wurden umgerechnet mehrere Billionen Dollar Kapital vernichtet. Um die Börsen zu stabilisieren, griff die chinesische Regierung zu drastischen Massnahmen: Sie verbot unter anderem Grossaktionären und Managern börsennotierter Unternehmen, ihre Aktien in den kommenden sechs Monaten zu verkaufen.

Asien verliert generell

Auch andere asiatische Finanzmärkte steuerten heute ins Minus. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss am Montag fast ein Prozent tiefer bei 20'350 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um knapp 1,1 Prozent auf 1637 Zähler.

Anleger scheuten das Risiko und trennten sich etwa von Finanzwerten. Die Aktien der Investmentbank Nomura Securities gaben um 1,5 Prozent nach, jene der Sumitomo Mitsui Financial Group um gut 0,1 Prozent. Auch die Papiere von Autobauern gaben nach, Toyota-Aktien verloren 1,14 Prozent an Wert, jene von Nissan 0,6 Prozent.

Augen aufs Fed

«Die Investoren sorgen sich, dass die Fed die Zinsen anheben könnte, während noch infrage steht, ob die Wirtschaft stark genug ist, um dies zu verarbeiten», sagte Anlagestratege Masashi Oda von der Sumitomo Mitsui Trust Bank.

Die US-Notenbank (Fed) trifft sich am Dienstag und Mittwoch zu ihrer geldpolitischen Sitzung. Viele Marktbeobachter erwarten eine Erhöhung des Leitzinses allerdings erst für September. An den US-Börsen hatten am Freitag Sorgen um die Weltkonjunktur Kursverluste ausgelöst. (cpm/sda)

Erstellt: 27.07.2015, 09:25 Uhr

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