So lässt sich ein Flug in einer Boeing 737 Max 8 vermeiden

Ausserhalb von Europa wird der Flugzeugtyp häufig eingesetzt. Ein Recht auf Umbuchung gibt es nicht. Was ein Aviatikexperte Passagieren nun rät.

Die Boeing 737 Max 8 ist in Verruf geraten. Foto: Garry Lakin (Alamy Stock Photo)

Die Boeing 737 Max 8 ist in Verruf geraten. Foto: Garry Lakin (Alamy Stock Photo)

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Innert kurzer Zeit sind zwei fabrikneue Boeing 737 Max 8 abgestürzt. Das verunsichert Flugpassagiere. Auch wenn gestern die europäische Luftfahrtbehörde den Einsatz dieses Flugzeugtyps verboten hat, machen sich Passagiere aus Europa Sorgen. Denn wer in den USA unterwegs ist, sitzt mit grösserer Wahrscheinlichkeit in einer 737 Max 8. «Auch in Asien und Afrika wird dieser Typ häufiger eingesetzt», sagt Daniel Affolter, Aviatikexperte und Präsident des schweizerischen Verbands der Flugzeugeigentümer und Piloten.

Ein Passagier, der herausfinden will, ob auf seinem Flug eine Boeing 737 Max 8 eingesetzt wird, muss eine kleine Nachforschung anstellen. In einem ersten Schritt hilft ein Blick in den Flugplan der zuständigen Fluggesellschaft weiter. Wer zum Beispiel von Zürich nach Buffalo im US-Staat Wyoming fliegt, hat gute Chancen, in New York in eine Boeing 737 Max 8 von American Airlines umzusteigen. Auf der Website dieser Airline können Interessierte den Flugplan konsultieren und erhalten schon mal den Hinweis, dass es um eine Boeing 737 geht. Die genaue Typenbezeichnung ist dort jedoch nicht ersichtlich. Wer wissen will, ob es sich um die Max 8 handelt, muss American Airlines per Mail oder Telefon kontaktieren, wie Daniel Affolter erläutert.

Auch Websites wie flightaware.com und flightradar24.com geben Auskunft über Flugzeugtypen. Schliesslich bleibt auch die Möglichkeit, die Flugnummer im Internet zu googeln. Solche Auskünfte sind allerdings keine Garantie, da es aus verschiedenen Gründen immer wieder vorkommt, dass kurzfristig andere Maschinen als geplant zum Einsatz kommen. Erst beim Einchecken, wenn die Maschine schon am Gate steht, weiss ein Passagier mit Sicherheit, in welchem Flugzeug er fliegt. Falls aus technischen Gründen eine Ersatzmaschine bereitgestellt wird, muss sie über einen gleichwertigen Komfort verfügen. Für Kunden besteht aber kein rechtlicher Anspruch darauf, einen bestimmten Flugzeugtyp auswählen oder ablehnen zu können.

Airlines sind in der Pflicht

Bedeutet dies, dass besorgte Fluggäste nun bei einer Umbuchung einen Aufpreis zahlen müssen? Rein rechtlich wäre das der Fall, doch Affolter glaubt nicht, dass es dazu kommen würde: «Ich gehe davon aus, dass alle Fluggesellschaften solche Umbuchungen kostenlos vornehmen», sagt er. Affolter vergleicht das mit dem Fall, wenn Airlines aufgrund von Wirbelstürmen Flüge nach Miami oder bei Reisewarnungen in die Türkei kurzfristig und gratis umbuchen. Die kostenlose Umbuchung erfolgt in solchen Fällen nicht aufgrund eines rechtlichen Anspruchs, sondern aus Kulanz – und weil keine Fluggesellschaft leichtfertig ihren Ruf verspielen will.

In der Pflicht sind die Airlines, wenn sie nun wegen des 737- Max-Verbots, das viele Länder verhängt haben, über zu wenige Maschinen verfügen und einen Flug absagen müssen. Dann müssen sie dem Passagier einen Ersatzflug bei einer anderen Airline anbieten oder ihm eine Entschädigung zahlen.

Erstellt: 12.03.2019, 20:03 Uhr

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