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Pensionskassen zahlen Renten ohne Abstriche

Die Verwerfungen an den Finanzmärkten haben den Pensionskassen arg zugesetzt. Sie können ihre kurz- und mittelfristigen Verpflichtungen aber problemlos erbringen.

Viele Pensionskassen dürften heute eine Unterdeckung aufweisen. Das heisst laut Hanspeter Konrad, Direktor des Branchenverbands ASIP, dass der Deckungsgrad unter 100 Prozent liegt und keine Wertschwankungsreserven bestehen. Einzelne dürften sogar von einer erheblichen Unterdeckung von weniger als 90 betroffen sein, sagte Konrad heute vor den Medien in Zürich. In einem solchen Falle seien Sanierungsmassnahmen nötig.

Denkbar sind laut ASIP etwa die tiefere Verzinsung der Altersguthaben aktiver Versicherter im Beitragsprimat und die Beschränkung des Vorbezugs für Wohneigentumsförderung. Es könnten auch Sanierungsbeiträge von Arbeitgebern und -nehmern sowie, in beschränktem Ausmass, von Rentnern erhoben werden. Renten würden aber nicht gekürzt. Der BVG-Mindestzinssatz könnte auch im Obligatorium unterschritten werden. Die Hauptlast hätten aber die aktiven Versicherten zu tragen.

Der ASIP forderte die Aufsichtsbehörden auf, nächstes Jahr bei der Einschätzung von Sanierungsmassnahmen Augenmass zu behalten. Jede Vorsorgeeinrichtung müsse individuell angeschaut und die 90-Prozent-Schwelle nur als Faustregel betrachtet werden. Sachwerte, die in der Anlagestrategie grosses Gewicht hätten, seien angemessen zu berücksichtigen.

Mindestumwandlungssatz senken

Einmal mehr verlangte ASIP einen tieferen Mindestumwandlungssatz zur Bestimmung der Rentenhöhe. Er soll laut Nationalratsbeschluss bis 2015 auf 6,4 Prozent gesenkt werden, drei Jahre später als vom Bundesrat vorgeschlagen. Im Ständerat war das Geschäft letzten Sommer an unterschiedlichen Vorstellungen über den Zeitraum gescheitert. Zum Mindestzinssatz für die Pensionskassengelder, der Mitte letzter Woche vom Bundesrat für 2009 von 2,75 auf 2,0 Prozent gesenkt worden war, forderte ASIP eine Formel zur Festsetzung des Satzes. Würden etwa 70 Prozent des gleitenden Durchschnitts der siebenjährigen Bundesobligationen gewählt, ergäbe sich ein Satz von 1,75 Prozent, hiess es.

Dass die Pensionskassen dieses Jahr schlecht gearbeitet haben, wird auf die Finanzkrise zurückgeführt. Der Umstand zeigt sich auch in verschiedenen Indizes. So fielen die einschlägigen Barometer der Bank Pictet seit Anfang Jahr um bis zu gut 300 Punkte und deutlich unter die 1000-Zähler-Marke. Die Performance lag vergangenen Donnerstag zwischen minus 11,58 und minus 27,22 Prozent. Am Montag hatte auch der Pensionskassen-Index der Credit Suisse einen scharfen Performance-Rückgang gezeigt. Letztes Jahr hatten die Pensionskassen noch Gesamtrenditen von minus 0,6 Prozent bis plus 4,0 Prozent erzielt.

AP/vin

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