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Petroplus steckt noch tiefer in der Kreide

Heute wurde bekannt, dass dem Raffineriebetreiber der Zugang zur Gesamtheit seiner Kredite limitiert worden ist. Das Unternehmen hofft auf Zusammenarbeit mit einem Ölproduzenten.

In der Zwickmühle: Petroplus-Ceo Jean-Paul Vettier vor dem Treffen mit François Fillon in Paris. (5. Januar 2012)
In der Zwickmühle: Petroplus-Ceo Jean-Paul Vettier vor dem Treffen mit François Fillon in Paris. (5. Januar 2012)
AFP

Im Kampf gegen die drohende Insolvenz lotet der Raffineriebetreiber Petroplus verschiedene Möglichkeiten aus, um zu neuem Geld zu kommen. Die Hoffnungen ruhten insbesondere auf der Zusammenarbeit mit einem Ölproduzenten, erklärte Petroplus-Chef Jean-Paul Vettier heute.

Der Konzern könnte dem angeschlagenen Unternehmen sowohl Rohöl als auch neue Kredite zur Verfügung stellen. Damit könnte Petroplus Kredite kompensieren, welche ihr die Banken vergangene Woche eingefroren hatten. Der Raffineriebetreiber muss drei seiner fünf Raffinerien - darunter jene in Cressier NE - vorübergehend schliessen, weil ihm das Geld für den Kauf des Rohöls fehlt.

Bei den grossen Ölkonzernen war heute nichts zu einer möglichen Zusammenarbeit mit Petroplus in Erfahrung zu bringen. Beim britisch-niederländischen Konzern Shell war zunächst niemand für ein Kommentar zu erreichen, bei BP und Total wollte niemand Stellung nehmen. Die europäische Raffinerie-Industrie kämpft aufgrund von Überkapazitäten mit stark schrumpfenden Margen.

Verhandlungen mit den Banken

«Die Diskussionen laufen und werden in den nächsten Tagen fortgeführt», sagte Vettier nach einem Treffen mit dem französischen Premierminister François Fillon und Wirtschaftsminister François Baroin. Parallel zu den Gesprächen mit einem Ölproduzenten laufen laut Vettier auch die Verhandlungen mit den kreditgebenden Banken weiter.

Diese verliefen schwierig, aber konstruktiv. Der französische Wirtschaftsminister erklärte seinerseits, Frankreich werde alles Mögliche unternehmen, damit die Finanzierung von Petroplus durch die Banken sichergestellt werden könne und die Arbeitsplätze in den beiden Raffinerien in Frankreich erhalten bleiben könnten.

Allerdings steht es um die finanzielle Situation von Petroplus noch schlechter als angenommen. Heute wurde bekannt, dass dem Raffineriebetreiber nicht nur eine Kreditlinie über 1 Milliarden Dollar (knapp 950 Millionen Fr.) eingefroren wurde, sondern der Zugang zur Gesamtheit seiner Kredite limitiert worden ist.

SDA/kle

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