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Pharma wird unnötig geschont

Andreas Möckli, Wirtschaftsredaktor, über die Medikamentenpreise.

MeinungVon Andreas Möckli

Als Konsument kann man da nur staunen. Während etwa der Detailhandel rasch auf die Aufhebung der Frankenuntergrenze reagiert hat, profitiert die Pharmabranche bis in den Herbst 2016 vollumfänglich von Wechselkursen zwischen 1.27 und 1.29 Franken pro Euro. Für einen Teil der Medikamente gilt dies sogar bis 2018. Dies hat der Bundesrat entschieden. Ihm fehlte der Mut, sich gegen eine Branche zu stellen, die zwar für dieses Land einen wichtigen Stellenwert einnimmt, aber auch profitabel ist wie kaum eine andere. Die besten Firmen in der Pharmaindustrie erreichen mit dem Verkauf von Medikamenten Margen von über 40 Prozent. Angesichts dieser enormen Profite gibt es keinen Grund, die Pharmakonzerne zu schonen. Es ist nicht einzusehen, weshalb hier eine einzelne Branche im Gegensatz zu allen anderen Wirtschaftszweigen vor dem starken Franken geschützt werden soll. Deshalb muss auch die Pharmaindustrie die Wechselkursgewinne konsequent weitergeben.

Der Bundesrat knickt nicht allein vor der mächtigen Lobbymaschinerie der Branche ein. Wiederholt hat die bürgerliche Mehrheit im Parlament klargemacht, dass die Regierung bei der Senkung der Medikamentenpreise nicht zu weit gehen soll. Einzelne Bürgerliche haben in der Vergangenheit gar gefordert, Preissenkungen rückgängig zu machen. Wenn sich der Konsument nun also über überhöhte Medikamentenpreise ärgert, soll er sich im Herbst gut überlegen, wen er ins Parlament wählen will.

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