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Postautofahrer ärgern sich blau

Gleicher Job, weniger Lohn: Chauffeure privater Unternehmen protestieren heute für gleiche Löhne wie die ihrer Kollegen der Postauto AG. Dazu haben sie sich etwas Besonderes ausgedacht.

Blau vor Gelb: Heinz Suter und Yasmina Ghalem von der Gewerkschaft Syndicom präsentieren Hemden, Kleber und Kleinplakate für den Aktionstag der Postautochauffeure. (18. Juli 2013)
Blau vor Gelb: Heinz Suter und Yasmina Ghalem von der Gewerkschaft Syndicom präsentieren Hemden, Kleber und Kleinplakate für den Aktionstag der Postautochauffeure. (18. Juli 2013)
Syndicom

An normalen Arbeitstagen fahren sie in gelben Hemden, lenken dasselbe Postauto wie ihre Kollegen der Postauto AG und tragen die gleiche Verantwortung wie sie: Chauffeure von privaten Unternehmen, mit denen die Postauto AG zusammenarbeitet und die für einen Teil des Fahrbetriebs verantwortlich sind. Doch nun machen sie blau, zumindest in Sachen Arbeitskleidung. Der Grund: Sie haben nicht dieselben Anstellungsbedingungen wie ihre Kollegen der Postauto AG, die dem Gesamtarbeitsvertrag für Konzerngesellschaften der Post unterstehen. Pro Jahr verdienen die privaten Angestellten mehrere Tausend Franken weniger als ihre Postautokollegen.

Laut der Gewerkschaft Syndicom «sträubt sich die Post» jedoch, für alle Chauffeure gleiche Arbeitsbedingungen herzustellen. Nun beteiligen sich betroffene Fahrer und weitere Angestellte der Postautounternehmen an einer schweizweiten Protestaktion. Dazu tragen sie blaue anstatt gelbe Hemden. Ihre Forderung kleben sie mit Folien an die Postautos: «Ich bin kein Postauto» und «Alles Gelbe unter einem Dach» lauten die Aufschriften.

Postauto AG ist «peinlichst genau auf die Markenpflege bedacht»

Wie das «Bündner Tagblatt» berichtet, sind die Lohnunterschiede zwischen den unterschiedlich angestellten Chauffeuren beträchtlich: Der Mindestlohn beträgt bei der Postauto AG jährlich rund 64'000 Franken, während es bei den Privaten rund 58'000 Franken sind – also etwa ein Monatslohn weniger. Auch die zunehmende Erfahrung werde unterschiedlich honoriert, Lohnverhandlungen gebe es keine.

Die Postauto AG stört sich an der Protestaktion, so auch an der Nichteinhaltung der Kleidervorschriften: «Die Aktion schadet dem Image des Konzerns», so der Mediensprecher der Postauto AG, René Böhlen, zum «Bündner Tagblatt». Man sei peinlichst genau auf die Markenpflege bedacht: «Gelb bedeutet Post, die Marke ist alt und sehr wertvoll.» Wie Syndicom die Postauto AG in einem Communiqué zitiert, toleriert diese «weder das Tragen von Pins mit unserer geschützten Marke noch das Tragen von Hemden, die nicht den Vorgaben von Postauto entsprechen.»

Verständnis hat die Postauto AG zudem nicht, weil Anfang 2014 mit allen Sozialpartnern ein neuer GAV fürs Fahrpersonal verhandelt werden soll. Es würden auch Gespräche mit Syndicom gesucht, sagt Böhlen. Einen gesamtschweizerisch gültigen GAV bezeichnet er jedoch als eine grosse Herausforderung. Das entspreche nicht den Marktmechanismen und könnte ein Wettbewerbsnachteil sein. «Die Lohnniveaus sind regional sehr unterschiedlich.»

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