Sommaruga beschäftigt sich mit Vietnam-Treffen

Post-Chef Urs Schwaller verlangt nach dem umstrittenen Asien-Meeting der SPS von seinen Kadermitgliedern mehr Sensibilität.

Eine weitere Akte: Die neue Uvek-Chefin muss sich mehr mit der Post beschäftigen, als es ihr lieb sein kann. (12. Dezember 2018)

Eine weitere Akte: Die neue Uvek-Chefin muss sich mehr mit der Post beschäftigen, als es ihr lieb sein kann. (12. Dezember 2018) Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Bundesrätin Simonetta Sommaruga brachte die Reise der Swiss Post Solutions (SPS) in Ho-Chi-Minh-Stadt bei einem Treffen mit den Post-Chefs zur Sprache. Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) habe das Kadertreffen am Donnerstag bei einer Sitzung mit Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller und dem interimistischen Konzernchef Ulrich Hurni angesprochen, teilte das Uvek am Samstag auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Es bestätigte damit eine Meldung im «Blick». Das Gespräch sei jedoch schon vor der Veröffentlichung der Medienberichte vereinbart worden, hiess es.

Die Post-Tochtergesellschaft (SPS) war wegen eines Kadermeetings Ende Januar im vietnamesischen Ho-Chi-Minh-Stadt mit Kosten von rund 200'000 Franken in die Kritik geraten. 103 Personen nahmen daran teil. 36 der Teilnehmenden waren aus der Schweiz angereist, je 17 aus Deutschland und Grossbritannien sowie zwölf aus den USA. 21 weitere Kadermitglieder stammen aus Asien und diversen Ländern wie Frankreich, Österreich, Niederlande und anderen.

Nicht irgendein Unternehmen

Schwaller betonte in einem Interview gegenüber den Zeitungen der «CH-Media» vom Samstag, es gebe «grundsätzlich nichts daran zu bemängeln, dass die internationale SPS mit Sitzen in Europa, Amerika und Asien ihre Kader für einmal an einem wichtigen Sitz in Vietnam zur Konferenz zusammenzieht».

Doch es gehe für ihn «nicht nur um Reglemente, sondern auch um die Frage der Sensibilität.» Er erwarte deshalb, dass sich alle Kader bewusst sind, dass die Post nicht einfach ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist wie jedes andere, sagte Schwaller. Er werde sich deshalb alle Fakten zur SPS-Reise zusammentragen lassen.

Kritik der Gewerkschaft

Nach Angaben der Post betrug das Budget für das Treffen wie in den Vorjahren auch 100'000 Franken. Nicht inbegriffen in diesem Betrag waren jedoch die Reisekosten. Die Gewerkschaft Syndicom hatte den Anlass scharf kritisiert. Sie sprach von einem Affront, der dem Image der Post schade. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten kein Verständnis für das Verhalten der Vorgesetzten. Die Gewerkschaft forderte volle Transparenz.

Die Swiss Post Solutions beschäftigt weltweit rund 7500 Personen, etwa 1500 davon in Vietnam und knapp 900 in der Schweiz. Der Rest verteilt sich vorwiegend auf Deutschland, Grossbritannien und die USA. Die SPS bietet Lösungen für Firmen an, die ihre Geschäftsprozesse auslagern wollen. Ferner ist sie im Dokumentengeschäft tätig. Sie ist weltweit an 24 Standorten präsent. (scl/fal/sda)

Erstellt: 02.02.2019, 12:13 Uhr

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