Zum Hauptinhalt springen

Privatisierung der Swisscom gefordert

Ungleich lange Spiesse und mächtiges Lobbying in Bundesbern: Der Sunrise-Präsident kritisiert die Dominanz des hiesigen Telekom-Branchenführers.

Wer hat in der Schweiz die Nase vorn? Handy-Benützer im Tessin.
Wer hat in der Schweiz die Nase vorn? Handy-Benützer im Tessin.
Keystone

Sunrise-Verwaltungsratspräsident Dominik Koechlin fordert erneut die vollständige Privatisierung der Konkurrentin Swisscom. Das würde zu Regulierungen führen, die für alle Marktteilnehmer gleich wären, begründete er sein Begehren.

Zum jetzigen Zeitpunkt seien gleich lange Spiesse politisch nicht möglich, monierte Koechlin in einem Interview mit «Indices», der Monatsbeilage der Westschweizer Wirtschaftszeitung «L'Agefi». Die Schweiz brauche eine neue Gesetzgebung für die Telekommunikation.

Bei Konflikten und geschäftlichen Differenzen sei ein neutrales Urteil der Bundesbehörden schwierig zu erlangen. Der Sunrise-Präsident kritisierte die Wettbewerbskommission und insbesondere deren von ihm wahrgenommene Langsamkeit.

Eine Beschwerde könne zuerst drei Jahre liegen bleiben, dann brauche das Verfahren zwei Jahre. Und ein weiteres Jahr dauere das Warten auf einen Entscheid. Anschliessend könne Swisscom auch noch Rekurs einreichen, erklärte Koechlin. So müsse Sunrise fast zehn Jahre auf endgültige Entscheide warten.

An dieser Situation wolle niemand etwas ändern, weil Swisscom zu 51 Prozent im Besitz des Bundes ist, sagte er. Das stelle sein Unternehmen vor riesige Probleme.

Im weiteren habe Sunrise keine derart mächtige Lobby im Bundeshaus wie die Swisscom. Um die Politik zu beeinflussen, sei seine Firma nicht wichtig genug. Aktuell sei der Bund Richter und Partei, Besitzer und Kunde, beklagte sich der Sunrise-Präsident.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch